Wir haben es in der Hand

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Frauen sind erst dann erfolgreich, wenn niemand mehr überrascht ist, dass sie erfolgreich sind. (Emmeline Pankhurst)

Heute reden wir über Lohngleichheit, vor 50 Jahren mussten wir unseren Ehemann fragen ob wir arbeiten dürfen. Vermögenswerte durften wir keine besitzen. Wir wurden als Mädchen geboren um zuerst unseren Vätern zu gehorchen und gehören und um später in das „Eigentum“ der Ehemänner überzugehen. Schulbildung? Kein Thema. Ausbildung? Kein Thema. Studium? Ha… Frauen gehörten sprichwörtlich hinter den Herd und kümmerten sich um die Kinder.

Heute sind wir (jedenfalls in Europa) diesbezüglich ziemlich weit gekommen. Die Gleichstellung von Mann und Frau ist seit 20 Jahren in der Verfassung verankert. Wir haben das Stimm- und Wahlrecht erlangt. Wir entscheiden wen wir heiraten. Wir gehen zur Schule und machen eine Ausbildung und oder studieren. Die meisten von uns sind Unabhängigkeit gewohnt.

ABER: irgendwas läuft schief. Irgendwie geschieht eine Art Rückentwicklung. Frauen werden als Sex- und Werbeobjekte genutzt. Was ist das Schlimme daran? Das Schlimme ist, dass Frauen das nicht einmal merken oder es als normal empfinden. Sogar Prostitution hat sich als „Beruf“ etabliert. Das angeblich älteste Gewerbe der Welt. Nun, das mag so sein. Die Frage ist jedoch ob Frauen diesem Gewerbe seit jeher freiwillig nachgehen? Wohl kaum. Wer will schon freiwillig seinen Körper verkaufen? Wenn finanzielle Notwendigkeit der Grund dafür ist, ist es denn noch freiwillig?

Die Würde der Frauen ist am Arsch. Die Entwicklung mit der wir tagtäglich konfrontiert sind, geht in eine völlig falsche Richtung. Frauen sollen nur noch in Gruppen ausgehen, oder eine Armlänge Abstand halten, sich nicht sexy kleiden…Warum? Weil wir zum Freiwild geworden sind. Weil unsere Rechte nicht geschützt werden. Weil wir nicht hart genug dafür kämpfen.

Das alles wäre ja halb so schlimm, wenn die Frauen in Europa bemerken würden was ihnen geschieht. Im Namen falscher Toleranz, politischer Korrektheit oder, wie heute mehrheitlich gesagt wird: politcal correctness, aus Angst in die Rechte Ecke gestellt zu werden, oder einfach weil wir alle Gutmenschen sind, vergessen wir dabei uns. Wir vergessen, dass unsere Grossmütter und Mütter viele Opfer gebracht haben damit wir uns heute frei bewegen können. Damit Frauen heute mit Männern gleichgestellt sind. Damit wir gleichberechtigt sind. Klar, die Gleichberechtigung und Gleichstellung ist nicht immer und überall einfach umzusetzen. In einigen Bereichen besteht handlungsbedarf. Aber wenn wir bedenken, dass Frauen 2000 Jahre lang unterdrückt wurden, was sind denn 20 Jahre Gleichstellungsgesetz?

EmmelinePankhurst war Anführerin der Suffraggetten-Bewegung in England. Sie gründete 1903 die Women’s Social and Political Union (WSPU). Die Frauen in England mussten beinahe 50 Jahre für das Stimmrecht kämpfen. Für dienigen die noch nicht verstanden haben was das heisst:

Frauenwahlrecht oder Frauenstimmrecht bedeutet, dass Frauen eines Landes die Möglichkeit haben, in gleichem Umfang und mit denselben Rechten wie Männer an politischen Abstimmungen aktiv und passiv teilzunehmen. (Auszug aus Wikipedia)

Hier ein Auszug aus der Chronik des Frauenwahlrechts*:

  • 1893 Neuseeland
  • 1902 Australien
  • 1913 Norwegen
  • 1918 Deutschland
  • 1920 USA
  • 1934 Türkei  (und wohin geht die Entwicklung heute?)
  • 1944 Frankreich
  • 1945 Italien
  • 1971 Schweiz (Appenzell Innerrhoden 1990)
  • 1986 Zentralafrikanische Republik
  • 2001 Bahrain
  • 2005 Kuwait
  • 2015 Saudi Arabien

*diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie will vielmehr einen Ueberblick zur Entwicklung des Frauenwahl/-stimmrechts in den vergangenen 100 Jahren aufzeigen.

Zwar gibt es durchaus Frauen die sich immer noch Feministinnen nennen und sich für unsere Sache kämpfen. Oder einfach Frauen, die sich für die Gleichberechtigung einsetzen. Es ist jedoch auffallend, dass es sich bei vielen dieser Frauen um „Einzelkämpferinnen“ handelt. Wenn wir im Internet nachsehen sieht es nach viel aus, es gibt soviele Organisationen und Gruppierungen die sich für die Rechte der Frauen einsetzen. Aber, wir vergessen eines: Frauen machen die Hälfte der Menschheit aus. Im Vergleich dazu ist die Anzahl der Frauen die sich für Frauenrechte einsetzen nur ein Bruchteil.

Viele Frauen gehen einen eigenen Weg. Es sind Frauen die einen eigenen Blog haben, eine eigene Internetseite, sie sind auf Facebook aktiv oder auf Twitter. Aber im Verhältnis zum grossen Ganzen sind es eben doch nur Einzelkämpferinnen. Einige von ihnen haben Hunderte oder sogar Tausende von Anhängerinnen, Fans, oder Followern. Im Verhältnis zur Anzahl der weiblichen Bevölkerung in Europa sind diese Zahlen nichts. Und trotzdem ziehen wir es vor mehr oder weniger als Eigenbrödlerinnen weiterzumachen. Anstelle uns alle zu vereinen. Denn, was haben wir gelernt? GEMEINSAM SIND WIR STARK! Daran hat sich auch heute nichts geändert.

„Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“ sagte einmal Goethe. Wir sollten aufpassen, dass nicht ausgerechnet uns genau das passiert. Gewisse Veränderungen in der Gesellschaft kommen schleichend. Hier ein Kreuz abhängen, da ein Kopftuch tragen, hier mal auf einen Händedruck verzichten. Hier eine Armlänge abstand halten, na gut, dann verzichten wir aufs Schwimmen gehen, seht ihr wohin die Richtung zeigt?

Die Suffragetten sagten damals: Taten statt Worte. Wir sagen heute: Taten UND Worte. Lasst uns gemeinsam kämpfen. Für unsere Grossmütter. Für unsere Mütter. Für unsere Kinder. Für unsere Zukunft. Für uns alle.

Männer

Die Welt braucht Männer die sich für Frauenrechte einsetzen. Männer die sich für Gleichberechtigung einsetzen. Warum? Weil ein Mann weiss, dass Frauen und Männer gleich viel Wert sind. Weder Mann noch Frau sind besser oder schlechter als der/die andere. So einfach ist das. Wenn DU MANN also an eine bessere, gerechtere Welt glaubst, dann werde Feminist. Hilf uns dabei die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Für Frauen und Männer.  Für alle. 2014 hat die Organisation UN Women eine Kampagne dafür gestartet: #heforshe

Der erste deutsche Unterstützer der Kampange ist Dirk Moritz. Schau Dir hier seine Videobotschaft an:

Feminismus ist nicht gegen Männer! Das scheinen ja viele zu glauben. Frauen wollen „nur“ gleichberechtigt sein. Die Zeiten haben sich auch für Männer geändert. Viele sind verwirrt, was wird von ihnen eigentlich erwartet? Welche ist ihre Rolle in der Gesellschaft? Früher waren sie Jäger. Die „Ernährer“ der Familie. Aber seit jeher haben sich die Anforderungen sowohl für die Männer wie auch für die Frauen verändert. Die Rollenverteilung ist nicht mehr klar aufgeteilt, die Grenzen sind ineinander verschwommen. Männer sind nicht mehr alleine dafür verantwortlich, dass etwas zu Essen auf den Tisch kommt, und Frauen nicht mehr ausschliesslich für das Kinderbekommen.  Frauen und Männer ergänzen sich und sollten einander im Idealfall unterstützen. Das Stichwort heisst: MITEINANDER, nicht GEGENEINANDER.

Karin Janker hat es in der süddeutschen.de auf den Punkt gebracht:

Männer und Frauen sollten den gemeinsamen Feind kennen: Das Patriarchat macht beide unfrei. Weil es Frauen unterdrückt und von Männern verlangt, dass sie unrealistische Erwartungen erfüllen und die Belastung, eine Familie zu ernähren, allein tragen müssen. Es ist an der Zeit, dass auch Männer sich emanzipieren. Denn Väter haben ein Recht darauf, ihre Kinder aufwachsen zu sehen. Männer haben ein Recht darauf, dass sie sich die Aufgabe, das Familieneinkommen zu erwirtschaften, mit ihrer Partnerin teilen. Wir alle haben ein Recht darauf, in einer Gesellschaft zu leben, die von weiblicher wie männlicher Kompetenz profitiert.

Unser Aufruf

Wir suchen DICH, wir wollen DICH. Wir suchen Frauen und Männer die etwas zu sagen haben. Wir suchen Frauen und Männer die sich engagieren und mit Begeisterung und Leidenschaft ihre Meinung kundtun. Dafür wurde FrauenBlog gegründet. Um Frauen und auch Männern eine Plattform zu geben, um zu kommunizieren. Eine Plattform die unabhängig ist. Die nicht Mainstream ist.

Klar, es ist nicht einfach. Im Gegenteil. Es ist kompliziert geworden die eigene Meinung frei zu äussern.  Weil da draussen so viele Gutmenschen sind die nur darauf warten, dass wir einen Fehler machen, dass wir etwas posten was nicht politisch korrekt sein könnte. Dabei vergessen sie, dass es hier um uns alle geht. Es geht um unsere Errungenschaften, um unsere Kultur, um unsere Freiheit und Würde. Und das wollen wir nicht wieder verlieren.

Nur weil wir uns etwas nicht vorstellen können, nur weil wir etwas nicht wahrhaben wollen oder für möglich halten, das heisst nicht, dass es nicht wirklich stattfinden kann.

Wir suchen DICH. Wir fordern DICH auf in die Tasten reinzuhauen, Dir die Zeit zu nehmen und Deine Meinung mitzuteilen. Wir wollen DICH.

Frauensache? Männersache? Ansichtssache! BLOG IT.

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Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos.

 

Über Redaktion 623 Artikel
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