30, verheiratet, Mutter und nicht wunschlos glücklich?!

Mom sign

Es ist die vermutlich gängigste Lebensplanung der modernen „Durchschnitts“-Frau:

Ausbildung, Berufs- und Lebenserfahrung sammeln, dann Heirat und Kinder kriegen mit Ü 30.

Der perfekte Lebensplan, wie ihn sich so manches junge Mädchen mit Anfang 20 erträumt.

Der Gedanke: Erfahrung sammeln, Charakter formen, LEBEN, Karriere machen und dann Familie gründen.

Klingt perfekt, oder?

Nur was ist, wenn es wie so oft im Leben, anders kommt, als geplant?

Ich fand den Mann für’s Leben, wir haben nach 7 Jahren Beziehung geheiratet.

Mein 30. Geburtstag kam, jedoch blieb die Karriere trotz Weiterbildung, Ehrgeiz und harter Arbeit aus.

Anstatt dessen kam die erste handfeste Sinnkrise hinzu.

Im darauffolgenden Winter erfuhr ich, dass ich schwanger war und dann stand ich da, mit all meinen Selbstzweifeln und meiner nie grösser gewesenen Identitätskrise.

Früher war mein grösster Albtraum, mittellos oder ohne stabile Partnerschaft Mutter zu werden.

Heute frage ich mich, ob diese Hürden nicht einfacher zu bewältigen gewesen wären, als die Kombination aus Mutterschaft und Selbstfindung, so wie ich sie jetzt habe.

Bevor ich von meiner Schwangerschaft erfuhr, habe ich erneut einen beruflichen Neustart geschafft. Diesen Job jedoch aufgrund von Frühwehen verloren.

Seit letzten Sommer bin ich nun stolze Mutter eines gesunden Sohnes. Ich bin glücklich, dass er in unserem Leben ist und kann mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen.

Und doch sind meine eigenen Themen desshalb nicht plötzlich gelöst oder weniger präsent.

Dafür bleibt jetzt einfach keine Zeit mehr.

Ganz im Gegenteil, als Säuglingsmama ist man schon froh, wenn man es bis Nachmittag geschafft hat, sich die Zähne zu putzen.

Jetzt kämpfe ich täglich mit mir selbst, beim Versuch die perfekte Mutter, Haus- und Ehefrau zu sein.

So wie es die Gesellschaft ja auch von einer Frau erwartet, besonders, wenn Sie Ü 30 ist, wie ich.

In jedem neuen Job gibt es eine Einarbeitungsphase. Für das Mutter-Sein, gibt es das aber leider nicht. Bis vor 1 Jahr, ging es bei all meinen Handlungen und Entscheidungen nur um unser Leben und unsere Wünsche.

Nun steht nur noch der Kleine im Mittelpunkt. Seine Bedürfnisse kommen zuerst, dann die meines Mannes und für mich bleibt so gut wie keine Zeit mehr.

Diese Tatsache ist für mich als eigenständiger Mensch oft sehr schwer zu akzeptieren.

Ich möchte von ganzem Herzen die beste Mutter sein, die in mir steckt und trotzdem habe ich oft Momente in denen mir alles zu viel wird. Dann werde ich entweder sehr missmutig oder fahre völlig aus der Haut. Ich werde laut, auch dem Kleinen gegenüber. Ich schimpfe und spucke Gift und Galle.

Ich bin dann einfach nur UNGLÜCKLICH!!

Ich kämpfe dagegen an, aber es gelingt mir nur schwer, besonders in so anstrengenden Phasen, wie jetzt, wenn ich ihn nicht einmal für 10 Sekunden ablegen kann, um etwas zu erledigen.

Unser Sohn lächelt viel und ist sehr aufgeweckt, darum habe ich die Hoffnung, dass unsere schönen, guten Phasen überwiegen und stärker sind. Ich begrüsse ihn jeden Morgen mit einem Lächeln und bringe ihn auch so zu Bett, aber während des Tages schwankt es immer wieder.

Ist das wirklich so verwerflich, dass man nicht nur Mutter, sondern auch Frau bzw. sich selbst bleiben will?

Bin ich die einzige die so mit sich und der neuen Rolle als Mutter kämpft?

Wie lässt sich dieser Spagat zwischen Mutter sein und Frau bleiben schaffen?

Ich freue mich auf viele offene und ehrliche Antworten.

Über Sonja 1 Artikel
31 J. alt, Münchnerin und lebe seit 2011 in der Schweiz. Ich bin Ehefrau, Mutter und Mensch mit Hang zur Menschlichkeit. Mit Offenheit und Ehrlichkeit, spreche ich über das, was mich bewegt. Ich bin stets auf der Suche nach der besten Version meiner selbst und dazu gehört auch der tägliche Kampf mit meinem "inneren Arschloch". Wie bei vielen Menschen verläuft mein Leben wie eine schwindelerregende Achterbahn-Fahrt mit einigen steilen Kurven. Spiritualität, Neugier, Humor und Reflexion helfen mir nach jedem Scheitern wieder aufzustehen.

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