Frauen in Tennis – so wichtig wie nie zuvor

Schon in den 70er Jahre war Frauentennis besonders interessant für den Fans – und nicht nur wegen dem, was sich auf dem Court abgespielt hatte. In diesem Jahrzehnt kamen die ersten großen Charakter des Frauentennis – Martina Navratilova, Chris Evert und Billie Jean King – groß raus. Die Rivalität, insbesondere, zwischen den ersten beiden Spielerinnen war so legendär wie Everts Rückhand, und Billie Jean Kings Sieg in den sogenannten „Battle of the Sexes“ gegen Bobby Riggs – wo es am Anfang mit extravagantem Theater zuging und Riggs letztendlich zugeben musste, er hätte King maßlos unterschätz – hat die wachsende Frauenbewegung in der Politik widerspiegelt.

In den neunziger Jahren war die Sportart, und vor allem alles, was außerhalb des Courts passierte, nicht weniger spannend. Es herrschte wegen Meinungsverschiedenheiten Stillschweigen zwischen den zwei Top-Spielerinnen, die deutsche Steffi Graf und die Serbin Monica Seles. Eine Zeitlang, in den frühen Neunzigern, haben die beiden Sportlerinnen das Frauentennis regelrecht dominiert. Der sehnlichster Wunsch beider, die absolute Beste sein zu wollen, machte die Aufeinandertreffen der beiden Athletinnen zu emotional aufgeladenen Höhepunkten des Tennissports – bis zu einem schrecklichen Ereignis. Seles wurde während eines Tennisspiels von einem psychisch gestörten Fan ihrer Kontrahentin Graf gestochen, und hat nie ihre früheren Ranking wieder erreichen können.

frauen in tennis

Jetzt soll es unter den Tennisspielerinnen etwas freundlicher zugehen. Die diesjährige Wimbledonsiegerin Serena Williams ist sogar eng mit einer ihren Rivalinnen, die Dänin Caroline Wozniacki, befreundet. Aber auf dem Court ist es nicht weniger spannend, als in den Höhepunkten der Damenrivalität der 70er und 90er. Es wird Tennisspielerinnen oft vorgeworfen, sie würden unweiblich spielen (oder wären sogar unweiblich), aber es interessieren viele für Frauentennis, gerade weil die Spielerinnen so unterschiedlich sind und das Spiel alle etwas anderes zu bieten haben. Und es geht hier keineswegs um ihren Aussehen!

Bei den Grand Slam Turniere im Allgemeinen interessieren sich, was das eigentliche Spiel angeht, in den letzten paar Jahren viele eher für die Athletinnen. Wie so oft in die Geschichte des Spiels dominieren ein paar – eigentlich sind es vier, also Djokovic, Federer, Murray und Nadal – Sportler, und es können nur ganz selten neue Nachwuchstalente in dieser Gewinnerkreis eindringen. So spannend es auch sein mag, diese vier Tennis-Legende beim Poweraufschlag oder spannendes Tie Break zu betrachten, wollen viele Fans etwas Abwechslung. Es geht einfach spannender zu bei den Frauen, wo immer wieder neue talentierte Damen kommen, für die man zittern kann und die auch bewundernswert sind. Man denkt zum Beispiel an die Britin Laura Robson, die dieses Jahr als Wildcard in Wimbledon mitspielen dürfte. Anders als bei den Männern, die durch ein Powerspiel erschöpft sind und oft früher in den Ruhestand gehen müssen, haben Tennisspielerinnen oft sehr lange Karriere – Martina Hingis, die mit 34 fast zu den Veteranen gehört, aber immer noch Weltklasse ist, hatte ihren ersten Sieg mit 16. Es lohnt sich also, das Frauenspiel etwas längerfristiger zu folgen!

 

 

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