Gleichberechtigung im Job – was geht mich das an?

Genauso hätte ich noch vor zwei Jahren reagiert, denn darüber habe ich mir nie groß Gedanken gemacht. Warum? Das kann ich nicht genau sagen. Vielleicht, weil ich mich als Freelancerin nicht so betroffen fühlte? Quote, Führungsposition, „Karrierefrau“ – von dieser Berufswelt, glaubte ich, sei ich weit entfernt. Zumal ich eh in einer Branche arbeite, in der ich mehr Kolleginnen als Kollegen um mich habe. Schaue ich aber genauer hin, sind komischerweise auch hier die Chefs immer Männer… Das ist mir erst aufgefallen, seit ich mich mehr mit dem Thema „Frauen und Männer im Job“ beschäftige.
Angefangen hat alles mit dem Bottle Salon (www.bottlesalon.de), ein stetig wachsendes, exklusives Netzwerk aus Frauen in Hamburg, die mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehen. Wir treffen uns einmal im Monat in schöner Atmosphäre und tauschen uns offen zu relevanten Karrierefragen und typischen Situationen im Berufsalltag aus, inspirieren und beraten uns und ganz nebenbei knüpfen wir spannende Kontakte.

Anfangs konnte ich mir überhaupt nichts unter so einem Abend vorstellen. Eigentlich bin nur hingegangen, weil meine beste Freundin Mitgründerin ist, sie mich eingeladen hat und ich nicht pauschal „nein“ sagen wollte. Umso überraschter war ich, als ich total gefesselt in der Runde saß und mich auch noch intensiv am Gespräch beteiligt habe. Seitdem gehöre ich fast schon zum Inventar, verpasse kaum einen Salon und fühle mich danach jedes Mal so „erleuchtet“, bereichert und mental gestärkt. Die persönlichen Erfahrungen von Frauen aus der Runde haben mir schon für die ein oder andere berufliche Situation, die ich sonst ganz anders angegangen wäre, einen klugen Verhaltenstipp gegeben. Ohne diesen Austausch hätte ich diese Situation bestimmt nicht so erfolgreich und gelassen gemeistert.

Als TV-Producerin entwickle ich neue Fernseh- und Web-Formate. Viele Ideen entspringen dem Alltag. Entweder dem Eigenen oder dem interessanter Menschen. So kam mir schnell die Idee, den Bottle Salon in ein Online-Video-Format zu übersetzen und der BUSINESS SALON war geboren. Der Web-TV-Talk von Frauen für Frauen – und emanzipierte Männer. Das Ziel: Frauen sollen flächendeckend mehr Erfolg im Beruf haben. Und den sollen sie erreichen, in dem sie ganz einfach von den Besten lernen: erfolgreichen Frauen, die Ihnen ihre Tricks und Geheimnisse verraten.

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Ich rede hier übrigens nicht nur von den wenigen Frauen, die tatsächlich eine Position im Vorstand anstreben oder denen, die eine Führungsposition in einer Abteilung inne haben, sondern von allen Frauen und den alltäglichen Situationen im Job, denen fast jede Frau begegnet, egal in welcher Branche und in welcher Position sie arbeitet. Typische Situationen zwischen Frauen und Kollegen, zwischen Frauen und Kolleginnen und zwischen Frauen und Chefs. Sei es die Gehaltsverhandlung, das wieder Aufstellen von Grenzen, die ein Kollege eindeutig überschritten hat oder der Kinderwunsch, der manchmal schon Jahre vorher die Karriere ausbremst – der richtige Partner und potenzielle Vater des Kindes zu dem Zeitpunkt meist nur Theorie. Oder nehmen wir mal die Beförderung als typisches Beispiel: Frauen steigen meist bis zu einer bestimmten Stufe auf, wo Teamfa?higkeit und Leistungsbereitschaft ausschlaggebend sind.

Danach geht es dann aber um Durchsetzungsvermögen, da punkten eindeutig noch die Männer und ziehen an ihren Kolleginnen vorbei. Ein weiterer Unterschied zwischen Männern und Frauen: Die fleißigen Frauen denken: „Der Chef sieht ja, was ich alles leiste. Ist ja klar, dass er mich befördern wird.“ Die Männer warten nicht ab, sondern sind offensiver und prahlen. Sie gehen regelmäßig zum Chef und erzählen ihm, was sie schon alles für die Firma geleistet haben. An wen wird sich der Chef wohl mehr erinnern, wenn er über die Besetzung der höheren Position nachdenkt? Richtig! Und schon ist der Kollege befördert und eben nicht die langjährige, fleißige Kollegin, die eigentlich nur den Chef aufsucht, wenn es irgendwelche Probleme gibt.

Das klingt jetzt so, als ob ich den Frauen im Job pauschal falsches Verhalten unterstelle. Keinesfalls! Eine gesunde Selbstreflexion, ein Gewissen und Einfühlungsvermögen seinen Mitmenschen gegenüber zu haben sind ja keine Nachteile, die ausgemerzt werden sollen. Frauen sollen nur kapieren, dass es manchmal von Vorteil ist, sich nicht permanent von diesen Dingen steuern zu lassen, sondern zu lernen, sie im richtigen Moment auszublenden und mal in eine Rolle zu schlüpfen – ganz ohne den belastenden Folgegedanken: „Oh je, was denken die anderen jetzt nur von mir?“ oder noch schlimmer: unbeholfenen Rechtfertigungsversuchen im Anschluss. Ein bisschen Arroganz im Leben hat noch nie geschadet! Ein paar Dinge können wir Frauen uns von den Männern schon abschauen, um ihre Domänen letztendlich mit ihren eigenen Waffen zu erobern. Wenn wir dann auf diese natürliche Weise die Quote erreicht haben, können wir ja neue Verhaltensweisen einführen, an die sich die Männer anpassen sollten.

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Der BUSINESS SALON als Online-Video-Talk ist der nächste Schritt, um Frauen im Job durch reines Zusehen und Zuhören automatisch zu stärken. Und diejenigen wach zu rütteln, die denken, dass Gleichberechtigung sie nichts angehe. In entspannt lockerer Atmosphäre entlockt die Moderatorin Johanna Maria Knothe ihren Gästen wertvolle Erfahrungsschätze, von denen die Zuschauerinnen profitieren. Versprochen!

Um den BUSINESS SALON ins Leben zu rufen, habe ich eine Crowd-Funding-Kampagne gestartet.

Klickt doch mal rein: www.startnext.com/businesssalon

 Beitrag von Judith Sylla (36), Entwicklungsproducern für TV- und Web-Formate

 

6 Kommentare zu Gleichberechtigung im Job – was geht mich das an?

  1. Tolles Mindset! Ich habe als Mann überhaupt nichts dagegen, dass eine Frau ihre Ziele verfolgt und sich nicht beirren lässt. Es sollte mehr davon geben! Männer und Frauen können meiner Meinung nach genau die gleichen Ziele erreichen. Wichtig ist nur, dass man sich als Frau nicht verunsichern lässt

  2. Danke für den Hinweis. Der Web-TV-Talk von Frauen für Frauen ist ganz gute Idee. Nicht nur Maenner, sondern auch Frauen sollen Erfolg im Beruf haben. Recht!

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