Geld stinkt nicht

Schließlich bedeutet Geld auch ganz einfach Macht. Wer es hat, der kann besitzen, Einfluss nehmen und die Regeln bestimmen. Viele der heute auf der Welt stattfindenden Konflikte haben eine ihrer Ursachen in dem Kampf um Ressourcen und damit auch um Geld. Im Südsudan wird der Zugang zu den wertvollen Ölquellen hart umkämpft, die Bevölkerung leidet derweil Hunger. Im Osten des Kongo schlummern Diamanten und andere wertvolle Rohstoffe in der Erde, die eine seit Jahren andauernde Kriegsökonomie befeuern.

In einigen Ländern des Balkans führt mangelnde staatliche Kontrolle nach den Wirren der Bürgerkriege dazu, dass Korruption grassiert und die Eliten in Reichtum leben. Doch einem Großteil der Bevölkerung bleibt die Chance auf Wohlstand durch eigene Arbeit verwehrt. Verdirbt Geld also den Charakter? Als die Weltwirtschaftskrise 2008 zur Insolvenz großer Bankhäuser führte, wuchs die Kritik an Bankern, Aktienhändlern und anderen Akteuren im globalen Wirtschaftssystem. Sie wurden ‚Heuschrecken‘ genannt, ihr ausschweifender Lebensstil und ihre Boni fanden sich auf den Titelseiten der Zeitungen wieder.

Es wirkte grotesk, welche Summen in dieser scheinbaren Parallelwelt gehandelt wurden, während gleichzeitig Millionen von Menschen vor dem privaten Bankrott standen. Doch zugleich werden einige der größten Entwicklungs-vorhaben inzwischen von reichen Einzelpersonen finanziert: Die Bill & Melinda Gates Stiftung fördert Forschung zu Impfstoffen gegen HIV/Aids und viele andere Gesundheitsvorhaben. Der indische Software-Milliardär Azim Premji hat über zwei Milliarden US-Dollar zur Verbesserung des indischen Bildungssystems gestiftet. Unzählige Prominente,  Schauspieler, Sänger, Künstler spenden nicht nur ihre Zeit, sondern auch große Geldsummen für Zwecke, die ihnen am Herzen liegen.

Geschichten rund ums Geld

Ob Geld ein Segen oder ein Fluch ist, das kommt also darauf an, wie wir Menschen damit umgehen. Geschichten von und über Geld aus den unterschiedlichen Ecken der Welt haben wir für CARE affair gesammelt:

„Kommt mein Geld denn eigentlich an?“ Kaum eine Frage wird häufiger gestellt als diese, wenn Organisationen um Spenden bitten. Wenn es ums eigene Portemonnaie geht, sind wir alle mit Fug und Recht vorsichtig – und verlangen absolute Transparenz. Denn auch ein gespendeter Euro will nicht rausgeschmissen sein.

„Bitte gib mir nur ein Wort“, sang die Band „Wir sind Helden“ vor einigen Jahren. Manchmal kann ein einziges kleines Wort darüber entscheiden, ob Geld fließt oder nicht. Sandra Bulling berichtet ab Seite 20 aus dem Südsudan. Dort erheben Wissenschaftler Daten, um festzustellen, ob das Land schon unter einer Hungersnot, oder „erst“ einer Hungerskrise leidet. Die Spenden bleiben aus, solange die Situation nicht dramatisch genug ist – und das „F-Wort“, famine, was im Englischen „Hungersnot“ bedeutet, noch nicht gefallen ist.

Der Journalist Philipp Hedemann war schon viel in der Welt unterwegs. Über drei Jahre hat er in Äthiopien gelebt, einem der ärmsten Länder der Welt, wo sich viel ums Geld dreht. Für CARE affair reist er aber nicht um den Globus, sondern in die Vergangenheit:

Was war vor dem Euro? Die Mark, klar. Und davor? Und dann davor? Wie die Währung des Geldes erfunden wurde und mit welchen kostbaren Gütern früher gehandelt und bezahlt wurde.

Text von Sabine Wilke

Aus: care_affair  / care.de

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