Das Hirn sollte „überlistet“ werden

Letztes Fallbeispiel, *Rosmarie O. –  Seit einem halben Jahr schon leidet die 32-jährige Rosmarie O. unter Nackenschmerzen und häufigen Migräne-Anfällen. Da sie es satt hat, täglich Schmerzmittel zu nehmen, will sie lieber gleich einen Spezialisten befragen. Der Neurologe, den sie aufsucht, zeichnet die Hirnströme auf und konstatiert: Alles normal! Also scheidet eine Epilepsie als mögliche, wenn auch sehr unwahrscheinliche Ursache für ihre Kopfschmerzen aus.

Dennoch rät dieser Arzt Rosmarie dazu, antiepileptische Medikamente zu nehmen. Das Hirn solle auf diese Weise „überlistet“ werden und die Migräne dadurch verschwinden.

Nach nur zwei Wochen dieser „List“ wurde klar:

Trotz der teuren Untersuchung und der brav geschluckten Arzneien blieben die Schmerzen nicht nur, sondern nahmen sogar zu. Inzwischen strahlten sie schon in den linken Arm aus. Sogar die Finger fühlten sich zeitweise wie taub an.

Eine Arbeitskollegin wies Rosmarie darauf hin, dass auch Eisenmangel zu schmerzhaften Nackenverspannungen führen könne. Daraufhin ging sie zu einem Eisenspezialisten. Der meinte nach der Untersuchung, die Gefühlsstörung im linken Daumen, Zeige- und Mittelfinger lasse auf eine Nervenschädigung schließen. Dies, zumal die linksseitigen Nackenmuskeln verspannt waren und in derselben Gegend der Schmerz nagte. Eine Röntgenaufnahme bestätigte den Verdacht: Eine Bandscheibe ragte aus dem Gefüge der Wirbelsäule und drückte auf den Nerv. Das konnte möglicherweise auch eine Mit-Ursache für die leidige Migräne sein.

Oder spielte hier vielleicht doch ein Eisendefizit eine Rolle?

Die Blutuntersuchung zeigte tatsächlich einen Mangel an. Noch ohne Anämie. Und weil bekanntlich über 40 Prozent der davon Betroffenen unter schmerzhaften Nackenverspannungen und Migräne leiden, war auch in diesem Falle eine Behandlung mit Eiseninfusionen angezeigt. Da das Röntgenbild aber eine Veränderung der Bandscheibe gezeigt hatte und auch die klinischen Symptome dem entsprachen, war eine gleichzeitige Physiotherapie sinnvoll. Die Frage einer Operation allerdings würde sich erst dann stellen, wenn trotz dieser zweigleisig gefahrenen Behandlung keine Besserung einträte.

Jedoch bereits nach sechs Wochen dieser Kombinationstherapie war Rosmarie wieder beschwerdefrei: keine Nackenschmerzen mehr und auch keine Migräne. Auch das Taubheitsgefühl in den Fingern war verschwunden. Ihr war es gleich, welcher Teil der Behandlung nun mehr geholfen hatte. Die durchgeführte Kombinationstherapie hat zum Ziel geführt.

*Name geändert

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Für FrauenBlog von Dr. med. Beat Schaub, Swiss Iron Health Organisation SIHO

Erstes Ärztliches Eisenzentrum, Binningen (www.eisenzentrum.org)
Swiss Iron Health Organisation SIHO, Basel (www.siho-global.org)
Praxisstudie der SIHO (www.eurofer.ch)

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