Plötzlich Expat 15

© B. Isliker

Liebesgrüsse aus Hong Kong: wöchentliche Episoden / gekürzte Erfahrungsberichte über meine Zeit als Expat in der momentan drittgrössten Metropole China‘s. 

Plötzlich Expat in einer fremden Stadt. Wie knüpft man in Hong Kong als Neuankömmling erste Kontakte? Ganz einfach. Offen sein: auf Menschen zugehen. Kurz: Nur keine Hemmungen. Ausserdem laden „Relocation Agenturen“ oder der Arbeitgeber selbst sämtliche Neuzuzügler des Monats ein, zum Beispiel auf einen „Junktrip“, bei dem die neuen Kunden der Umzugsfirma wortwörtlich „im selben Boot sitzen“.

Oder man geht auf eine „Newcomer-Party“, um sich ein wenig auszutauschen unter Seinesgleichen. Auch gibt es viele Veranstaltungen, die von Clubs organisiert werden. Mit der Zeit lernt man immer mehr Leute kennen und das eine ergibt das andere. Bei uns entstanden die ersten Kontakte und Freundschaften jedoch nicht beruflich bedingt durch meinen Mann, sondern durch mich, ganz privat und aus purem Zufall.

Erste Bekanntschaften: Ich habe eine Chinesin kennengelernt – in einem einfachen Café im Western District. Per Zufall kamen wir ins Gespräch und sie fragte mich, woher ich komme. Switzerland? Really? Damit war ihr Interesse sofort geweckt, die Verbindung zwischen uns war da: Sie hatte als junge Frau in der Schweiz die Hotelfachschule absolviert. Eve ist aus Singapur und erst seit vier Wochen in Hong Kong lebend, kennt kaum andere Chinesinnen und freundet sich deshalb mit mir an- ein grosses Glück für mich! Sie ist frisch mit einem Hongkong Chinesen verheiratet und zog deshalb eher widerwillig hierher. Da sie ganz offensichtlich Anschluss suchte, zeigte ich ihr den Süden der Insel und erzählte ihr mein ganzes angestautes Wissen über Hongkong, da sie sich noch nicht besonders gut auskannte. Sie ist auf Arbeitssuche, hatte bis anhin kaum Zeit, Hongkong zu erforschen. Sie ist sehr aufgeschlossen, flog damals im Alter von Neunzehn Jahren nach Montreux, um sich in der Hotelbranche ausbilden zu lassen, sie spricht sogar ein wenig Deutsch und Französisch. Wir bummelten zusammen durch „Stanley Market“ und ich zeigte ihr mein Lieblingsrestaurant: The Boathouse. Dabei erzählte sie von ihren Vorlieben; Kägifrett und Käse! Wer hat behauptet, Chinesen essen niemals Käse? So ein Käse! Aber es stimmt schon, es gehört nicht in deren Menü-Plan… Irgendwann gehen wir zusammen Fondue essen, denn das vermisst sie anscheinend am meisten von ihrer Zeit in der Schweiz.

Heimweh? Nein. Ist das normal? Nein. Aber irgendwie hab ich gar keine Zeit dazu, es ist immer etwas los. Ausserdem besuchen wir ja regelmässig die Familie in der Schweiz oder sie kommen zu uns auf Visite. In den üppig feuchtheissen Sommermonaten (Juli/August) zieht es uns nach Hause, dann ist es hier kaum auszuhalten, während es in der Schweiz angenehm warm ist. Praktisch alle Expats nutzen diese lange Schulferienzeit, um die Verwandten im Heimatland zu besuchen, ein Flug pro Jahr wird von der jeweiligen Firma bezahlt.

Chinesisches Sprichwort:

„Wer einen Freund hat unter dem Himmel, der ist selbst am Ende der Welt nicht in der Fremde“.

 

Liebesgrüsse aus Hong Kong: wöchentliche Episoden / gekürzte Erfahrungsberichte über  meine Zeit als Expat in der momentan drittgrössten Metropole China‘s.  by schreiberling.co.uk

 

 

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