Die Logik des menschlichen Körpers 3

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In den letzten Blog-Beiträgen habe ich davon gesprochen, warum ich über das Laufen schreibe, dass man mit dem Laufen gleich beginnen sollte, und dass Sie sich zu Beginn klar werden sollten darüber, warum Sie eigentlich laufen. In den nächsten Beiträgen möchte ich auf die Grundlagen eingehen, wie man Sport betreibt und „trotzdem“ gesund bleibt.
Der Körper stärkt, was er braucht – und dies tut er vor allem dann, wenn Sie ans Limit eines Systems gehen. Die Kraftsportler wissen, dass man mit maximalen Gewichten trainieren muss, und dass es vor allem die letzte Wiederholung ist, welche den Trainingseffekt bringt. Wenn ein System eine gewisse Kapazität hat – sagen wir allgemein 100% – und Sie lasten das System zu 60% aus, warum sollte der Körper dann das System ausbauen?

Es sind ja genügend Reserven da. Wenn Sie aber bei 90% trainieren, denkt sich er Körper, dass Sie vielleicht mehr als die 100% benötigen, die jetzt zur Verfügung stehen. Wenn Sie auf 100% gehen, dann weiss er mit Sicherheit, dass das das System erweitert werden muss, denn es ist jetzt am Limit. Natürlich ist es definitionsgemäss unmöglich, ein System zu mehr als 100% auszulasten, aber manchmal geht es auf eine Weise doch – z.B. können Sie im aeroben Bereich bis zu 100% der aeroben Leistung gehen. Dann können Sie die Leistung noch mehr steigern und kommen dann in den anaeroben Bereich. Natürlich leistet das aerobe System nie mehr als 100%, aber sie leisten mehr als 100% der aeroben Leistung, und Ihr Körper weiss jetzt, dass er das aerobe System ausbauen sollte, damit Sie nächstes Mal mehr Kapazität zur Verfügung haben. Gleichzeitig gebrauchen Sie dabei auch das anaerobe System, welches bei genügender Auslastung dann auch noch weiter ausgebaut wird.

Ein weiteres Prinzip, welches ins Kapitel über die Logik des Körpers gehört, besagt, dass wir unserem Körper entsprechend handeln sollen. Der menschliche Körper wurde in Jahrmillionen der Evolution geformt, gemäss den gegebenen Umständen auf unserem Planeten. Die Weisheit unseres Körpers ist diesbezüglich ganz erstaunlich. Wenn Sie aber von der natürlichen Lebensweise abweichen, kommen Sie in Teufels Küche.

Als Beispiel möchte ich hier die Wahl der Laufschuhe nennen. Wenn man den Läufern heutzutage zuhört, könnte man denken, dass ein Mensch ohne modernstes Schuhwerk keinen Schritt machen kann, ohne sich gleich zu verletzen. Tatsache ist, dass der Mensch von Natur aus barfuss ist und bis vor entwicklungsgeschichtlich kurzer Zeit auch dauernd barfuss herumgerannt ist. Man hat heute Mühe, sich vorzustellen, wie man über Stock und Stein barfuss laufen soll, ohne sich dabei ärgste Pein an den Füssen einzuhandeln. Aber beobachten Sie einmal, wie Hunde und Katzen in einem grossen Tempo über Steine, Kiesel, Schnee und Eis laufen können, ganz ohne Schuhe! Ich staune immer wieder darob. So zart diese Pfoten scheinen mögen, sind sie doch abgehärtet genug, das alles auszuhalten. Unsere Füsse wären es auch, wenn wir ihnen nur etwas mehr zumuten würden. Doch denken wir nun, dass wir auf jeden Fall Sohlen unter den Füssen brauchen, weil es sonst gar nicht geht. Damit aber nicht genug, es müssen auch noch dick gepolsterte Sohlen aus Spezialmaterial sein, und noch mit unterstützenden Verstärkungen an verschiedensten Stellen. Aber unser Fuss ist gemacht, um barfuss zu laufen, und deshalb bin ich ein Befürworter von Minimalschuhen (bzw. vom Barfusslaufen selbst). Es ist einfach die einzig natürliche Art und Weise zu gehen. Unsere Füsse sind so degeneriert, dass wir mit solchen Schuhen ganz langsam anfangen müssen.

Im Kapitel über Sportverletzungen werde ich noch eine persönliche Anekdote erzählen, wie ich dank solcher Minimalschuhe im Spital gelandet bin. Also, manchmal muss man auch hier langsam anfangen. Aber damit Laufen wirklich gesund ist und nicht in erster Linie zu Sportverletzungen führt, muss man den Körper so bewegen, wie es von der Evolution vorgesehen ist.

Dieses Prinzip beantwortet auch die Frage, wie viel man denn laufen sollte. Es gibt so viele Meinungen zu dem Thema wie es Läufer gibt. Meine Antwort ist einfach und klar: Anhand von Studien des Menschen in der Steinzeit ist man der Ansicht, dass der Steinzeitmensch sich etwa 20 Kilometer pro Tag bewegt hat (Frauen etwas weniger), und darum kann es nicht falsch sein, sich so viel zu bewegen. Man muss bei diesem Bewegungsumfang keine Angst haben, dass man sich die Gelenke verschleisst oder sonst etwas kaputtgeht, denn dafür ist der Mensch geschaffen. Im Gegenteil ist gemäss dem Prinzip der Hormesis (vgl. unten) davon auszugehen, dass es schädlich ist, weniger zu laufen. Natürlich kann man sich die Gelenke mit 20 Kilometer Laufen pro Tag verschleissen. Aber dann hat man etwas anderes falsch gemacht. An der Menge allein kann es nicht liegen.

Beitrag von David P. Amrein

Heilpraktiker,lic. oec. HSG
Leiter Dr. Clark Zentrum seit 1998
Zieglerstraße 44
CH-3007 Bern, Schweiz

Lesen Sie hier alle Beiträge von David Amrein:  http://frauenblog.ch/?s=david+amrein

 

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