Die Logik des menschlichen Körpers 1

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In den letzten Blog-Beiträgen habe ich davon gesprochen, warum ich über das Laufen schreibe, dass man mit dem Laufen gleich beginnen sollte, und dass Sie sich zu Beginn klar werden sollten darüber, warum Sie eigentlich laufen. In den nächsten Beiträgen möchte ich auf die Grundlagen eingehen, wie man Sport betreibt und „trotzdem“ gesund bleibt.
Sport ist ja bekanntlich gesund, und wird praktisch ausnahmslos von jedermann im medizinischen Umfeld empfohlen. Sogar bei Arthrosen und Arthritis ist das Gehen eine der besten Therapien, obwohl es der Intuition widersprechen mag. Trotzdem muss man etwas über die Logik des menschlichen Körpers verstehen, wenn man richtig, verletzungsfrei und gesund trainieren will.

Mit richtig trainieren meine ich:

 

  • richtig für Sie, gemäss Ihrem Trainingsziel;
  • auf eine Weise, die der Gesundheit zuträglich ist und Sie weitgehend vor Laufverletzungen schützt und
  • in solcher Art, dass Sie sich im Training fortwährend verbessern oder, falls Verbesserung Ihrem Ziel nicht entspricht, dass Sie sich zumindest nicht verschlechtern.

Egal was Ihr Trainingsziel ist, diese Lektion über den menschlichen Körper müssen Sie kennen und verstanden haben. Sie gilt auch nicht nur für das Laufen, sondern für das Leben und die Gesundheit ganz allgemein, und deshalb ist sie von allgemeiner Wichtigkeit und gehört deshalb an den Anfang jeder Betrachtung über das Lauftraining, oder auch jedes andere Training.

Die Logik des menschlichen Körpers wird Ihnen, wenn ich sie ausformuliere, völlig einleuchten, trotzdem finden sich regelmässig Ratschläge, die ihr widersprechen; ich behaupte sogar, es gibt mehr solche Ratschläge als dieser Logik entsprechende. Ich mache Ihnen ein Beispiel, damit klar wird, wovon ich spreche.

Viele Läufer knicken beim Laufen den Fuss nach innen. Man nennt das „Hyperpronieren“. Dies kann zu Achilles-sehnenerkrankungen führen, Knieschmerzen, Fussproblemen und allerlei anderen Dingen, von denen man nichts wissen will. Wenn Sie als hyperpronierender Läufer beim Sportarzt aufkreuzen, oder auch im Sportgeschäft, wird Ihnen wahrscheinlich empfohlen, ein Schuh zu tragen, der innen verstärkt ist, so dass der Fuss beim Laufen innen gestützt wird und Sie weniger pronieren. Und obwohl das sinnvoll scheint, wenn ich Ihnen das so hinschreibe, widerspricht es der Logik des Körpers und führt oft zu einer Verschlimmerung des Zustandes.

Wenn Sie hyperpronieren, kommen die Muskeln, die den Fuss nach innen ziehen („supinieren“) zu wenig zum Einsatz. Diese müssten Sie stärken, um weniger zu pronieren. Nun aber polstern Sie den Fuss innen, und Sie brauchen diese Muskeln noch weniger. Der Körper baut ab, was er nicht braucht, und die Situation wird schlimmer. Die bessere Lösung ist es, mit Barfussschuhen zu laufen, welche überhaupt nicht gepolstert sind. Im Nu werden Sie korrekt laufen, auch ohne jegliche Instruktion. Die Supinier-Muskeln werden Ihnen nach den ersten paar Läufen höllischen Muskelkater verursachen, das aber zeigt nur, dass Sie sie jetzt endlich brauchen. Ich spreche hier aus Erfahrung, denn ich hatte schmerzende Achillessehnen während 6 Monaten. Es war nie besonders schlimm, aber doch eine chronische Sache. Erst nachdem ich anfing mit Minimalschuhen zu laufen, hat sich die Situation innert weniger Wochen um 90% verbessert. Es war bemerkenswert.

Lektion Nummer eins über die Logik des Körpers:

Der Körper baut ab, was er nicht braucht, und stärkt, was er braucht. Nehmen Sie Ihrem Körper die Arbeit nicht weg. Sie tun sich keinen Gefallen, obwohl es kurzfristig unangenehm werden kann. Diesem Prinzip begegnen wir sowohl beim Laufen wie auch sonst im Leben ständig. Trotzdem wird regelmässig genau das Falsche gemacht, in einer gut gemeinten Absicht, den Körper zu unterstützten. Den Körper kann man aber nur unterstützten mit Hilfe zur Selbsthilfe, nie so dass man ihm die Arbeit abnimmt.

Ein weiteres Beispiel:

Es wurde belegt, dass Menschen, die bei akuten Kopfschmerzen regelmässig Kopfschmerztabletten nehmen, viel häufiger chronische Kopfschmerzen entwickeln als Menschen, die keine Kopfschmerztabletten einnehmen. Wenn Sie bei Grippe oder Erkältung immer gleich ein Medikament nehmen, wird Ihr Immunsystem geschwächt und Sie werden nur anfälliger auf weitere Erkrankungen.

Wickeln Sie sich auch nicht fortwährend ein im Winter. Schon Pfarrer Kneipp hat angemerkt, dass sich die Leute nicht darüber wundern sollen, dass sie dauern krank sind, wenn sie sich fortwährend mit dicken Schals umwickeln. Seine Empfehlung waren Bäder in der winterlichen Donau (oder in Absenz einer Donau, im brunnenkalten Wasser). So hat er sich selbst von Tuberkulose geheilt und 42 Menschen von Cholera während einer Cholera-Epidemie. Setzen Sie sich auch mal der Kälte aus, und schlafen Sie kalt – das verbrennt auch mehr Kalorien.

Beitrag von David P. Amrein

Heilpraktiker,lic. oec. HSG
Leiter Dr. Clark Zentrum seit 1998
Zieglerstraße 44
CH-3007 Bern, Schweiz

Lesen Sie hier alle Beiträge von David Amrein:  http://frauenblog.ch/?s=david+amrein

 

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