Plötzlich Expat 6

© B. Isliker

Liebesgrüsse aus Hong Kong: wöchentliche Episoden / gekürzte Erfahrungsberichte über meine Zeit als Expat in der momentan drittgrössten Metropole China‘s. 

Stadt der Gegensätze. Der Name „Hong Kong“ bedeutet „duftender Hafen“. Berühmt ist insbesondere „Victoria Harbour“ zwischen Kowloon und Hong Kong Island. Er duftet hauptsächlich nach Motorenöl und manchmal wird’s mir auf der Personenfähre „Star Ferry“ schlecht, aber das muss man einfach erlebt haben: die Star Ferry ist ein fester Bestandteil von Hongkong und der wohl beliebteste und günstigste Weg, um auf die Halbinsel Kowloon zu gelangen:

Die Aussicht auf die Skyline von Hongkong Island samt IFC Tower und Bank of China ist spektakulär. Ich bin jedes Mal sprachlos und sitze ganz ruhig und ehrfürchtig auf der auf und ab wippenden Sitzbank. Seit der Gründung im Jahre 1888 fährt die grün-weisse Fähre unermüdlich von einem Ufer zum andern und transportiert dabei Tausende von Menschen pro Tag. Dabei kann man die Containerfrachter bestaunen, die leise an einem vorbeiziehen und raten, aus welchen Ecken der Welt die einzelnen Container wohl stammen. Vor allem nachts ist das faszinierend.

Eine ebenso wunderbare Hafen-Aussicht von einem anderen Blickwinkel bietet „The Peak“: Da die einzelnen Hochhäuser oft farbig beleuchtet sind, geniesst man vor allem nachts eine tolle Aussicht vom 550 Meter hohen „Hausberg“ Victoria Peak runter auf die Stadt. zBsp. vom Aussichtsturm „Peak Tower“, den mein Mann und ich “die Salatschüssel“ nennen. Mit dem Peak Tram geht’s steil wieder hinunter; eine im Jahre 1888 gebaute Schweizer Standseilbahn.

Was mir an dieser Stadt besonders gefällt: „Arm und schmuddelig“ trifft auf „reich und dekadent“ und lebt relativ friedlich nebeneinander. Die Unterschiede sind krass: Man sieht zahnlose, murmelnde Gemüsehändlerinnen neben eilig laufenden, smart gekleideten Businessfrauen in Stöckelschuhen, geschmückt durch teure Uhren und Louis Vuitton Taschen. Oder stark verschmutzte Mini-Wohnungen in der Grösse eines Containers, bei denen die Wäsche heraushängt, neben gläsernen, architektonisch beeindruckenden Wolkenkratzern. Die in die Höhe ragenden Business Towers sind in der Tat imposant: Asia’s World City ist ein Vorzeigebild internationaler zeitgenössischer Architektur. Gegensätze wohin das Auge schaut, auch bei den Autos: Neben den üblichen Personenwagen herrschen Taxis vor, aber man sieht auch viele Mercedes und nicht selten flitzt ein Ferrari vorbei oder rollt ein Rolls Royce mit Chauffeur aus einer noblen Ausfahrt mit goldenem Eisentor. (Weltweit höchste Pro-Kopf Rolls Royce-Rate)

Friedliche Oasen, mitten im Beton

Zwischen all den Wolkenkratzern gibt es überall kleinere und grössere Oasen: Ich liebe es, durch die Parkanlagen zu laufen und den Chinesen beim Tai Chi zuzusehen, zBsp. im Hong Kong Park. (Von dort aus hat man einen tollen Blick auf das Lippo Centre, welches ebenfalls ein berühmtes Gebäude Hongkong’s darstellt) In der Nähe des Wasserfall‘s und dem Teich mit sogenannten „Fengshui Fischen“ (Koi Karpfen, Goldfische), stehen meist Seniorenpaare und machen Dehnungsübungen und „boxen die Schatten weg“. Dazwischen diskutieren sie lautstark. Ayaaaa! (In Kantonesisch hört es sich immer so an, als ob sie streiten würden, dabei unterhalten sie sich vielleicht um ganz harmlose Alltagsdinge: Was kochst du heute Abend? Doch nicht schon wieder Aalsuppe?)

 

© B. Isliker
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Liebesgrüsse aus Hong Kong: wöchentliche Episoden / gekürzte Erfahrungsberichte über  meine Zeit als Expat in der momentan drittgrössten Metropole China‘s.  by schreiberling.co.uk

 

 

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