Die Leberreinigung

Seit Jahren erfreut sich die Leberreinigung nach Dr. Hulda Clark einer großen Beliebtheit.* Dr. Clark bezeichnete die Kur als „die wirksamste Kur zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes,“ und Tausende von mutigen Lesern, welche die Kur ausprobiert haben, bestätigen dieses Urteil. In den letzten Jahren wurde nun in einigen medizinischen  Fachzeitschriften der Nutzen der Kur angezweifelt und diese in solchen oder anderen Worten als Humbug bezeichnet. Dieses nahm ich zum Anlass, die Prozedur näher unter die Lupe zu nehmen und auch selbst Laboruntersuchungen durchzuführen.Bei der Leberreinigung handelt es sich nicht um eine Erfindung von Dr. Hulda Clark, sondern um ein altes überliefertes Hausrezept, welches von Dr. Clark perfektioniert und schriftlich festgehalten wurde in ihren beliebten Gesundheits-büchern. Dies wurde von Dr. Clark selbst bestätigt und steht so auch in ihrem Buch. Auch heute findet man eine ganze Anzahl verschiedener Rezepte im Internet, so z.B. Leberreinigung mit Kokosöl und Mariendistel, mit Apfelsaft, mit Coca-Cola [!], mit Zitrone, aber ohne Bittersalz (altes Rezept). Die meisten dieser Rezepte verwenden Bittersalz, aber nicht alle.

Leberkur: Ein physiologischer Prozess der Reinigung

Bei der Kur handelt es sich weniger um eine medizinische Anwendung, als um eine Reinigungskur. So wie wir unser Äußeres täglich waschen, so wird hier ein Versuch unternommen, auch das Innere zu reinigen. Dies hat mehr mit gesunder Lebensweise zu tun als mit Therapie. Tatsächlich berichten viele Menschen über erhebliche Verbesserungen im Wohlbefinden und auch bei Krankheiten. Eine logische Folgerung, so wie man mit einer Stärkung des Immunsystems (physiologisch) natürlich automatisch auch Krankheiten vorbeugen kann, so kann sich auch ein Krankheitszustand verbessern, wenn man die Leberkurmacht. Es handelt sich also hier um einen physiologischen Prozess der Reinigung, wie sie der Körper auch selbst täglich vornimmt, nur dass man hierdurch die Entschlackung um ein Vielfaches beschleunigt. Wer behauptet, dass die Leberreinigung eine „alte Mär“ sei, völlig unwissenschaftlich oder dass sie „gar nicht funktioniere“, oder dass derjenige, der die Kur propagiere, seine Kunden hinters Licht führe, stellt schon lange bekannte und belegte Tatsachen in Abrede, die auch nicht umstritten sind.

Wirkmechanismus

Magnesiumsulfat ist zwar ein Magnesiumsupplement, es wird aber traditionell eher verwendet als Laxantium, d.h. zum
Induzieren von Durchfall, z.B. beim Beginn von Fastenkuren. Diesen Effekt hat es auch bei der Leberreinigung, weil es in
mittelgroßen Mengen zugeführt wird. Das ist jedoch nicht der Grund, warum es Bestandteil der Leberkur ist. Vielmehr hat Bittersalz (chemisch MgSO4) zwei weitere Wirkungen, welche von Bedeutung sind:

1) Bittersalz erschlafft den M. sphincter Oddi. Es handelt sich dabei um den Schließmuskel der Vaterpapille, durch welche die Säfte aus Leber und Pankreas in den Darm eingeführt werden. Dies ist schon seit fast 70 Jahren bekannt und wurde u.a. in dieser Studie veröffentlicht.1

2) Bittersalz führt zu einer Kontraktion der Gallenblase. In einer Studie2 wurde eine Verkleinerung Verkleinerung der Gallenblase auf ein Drittel [sic!] der ursprünglichen Größe beobachtet. Das bedeutet, dass sich die Gallenblase praktisch vollständig entleert. Diese Studie nimmt Bezug auf zwei weitere Studien zum selben Thema.3+4

Während der Leberreinigung verzichtet man am ersten Tag auf fettige Nahrungsmittel und isst dann ab mittags gar nichts mehr, so dass die Leber wenig Galle für die Verdauung ausschütten muss. Durch die Einnahme des Bittersalzes wird dann der Sphinkter geöffnet und die Gallenblase kontrahiert gleichzeitig, so dass eine umfangreiche Entleerung stattfindet. Das Ganze verstärkt man durch die Einnahme von Olivenöl (oder anderen Ölen), welche eine erhöhte Ausschüttung von Galle nach sich zieht und Grapefruitsaft, der Bitterstoffe enthält, welche die Leber ebenfalls anregen (Binsenweisheiten, die hinreichend bekannt sind, und hier nicht weiter mit Studien unterlegen werden müssen). Ein klarer Wirkmechanismus also, der in seinen einzelnen Bestandteilen und im Detail mit Studien belegt ist, und zur Leberreinigung nach Clark beiträgt.

Analysen von Konkrementen

Im Rahmen einer Leberreinigung werden üblicherweise runde Konkremente ausgeschieden, die man gelegentlich als „Gallensteine“ bezeichnet. Es handelt sich aber nur in Ausnahmefällen um echte, harte (kalzifizierte) Gallensteine, wie man sie im Rahmen einer versteinerten Gallenblase normalerweise antrifft. Vielmehr sind diese Konkremente weich und teils gallertartig, meist von grüner Farbe, zum Teil aber auch beige, braun, rot oder schwarz. Nun wurde behauptet, dass es sich dabei nicht etwa um Material aus der Leber handelt, sondern um koaguliertes Olivenöl, das man sich im Rahmen der Leberreinigung zugeführt hat. Es gab eine Untersuchung in der Fachzeitschrift „Lancet“, die tatsächlich Fettsäuren in den Koagulaten vorfand.

Beweis durch Laborberichte

Gleichzeitig liegen uns aber Laborberichte aus verschiedenen Labors vor die bezeugen, dass diese Konkremente vorwiegend aus Cholesterin und Gallensäuren bestehen, also aus der Leber kommen oder zumindest zu erheblichen Teilen aus Material der Leber und Gallenblase.5 Diese scheinbar widersprüchlichen Aussagen können auf zwei Arten in Einklang gebracht werden:

a) Es gibt sowohl Olivenölkonkremente als auch Lebersteine; und

b) das koagulierende Olivenöl nimmt Schlacken aus der Leber auf, wobei man sowohl Fettsäuren als auch Cholesterin und Gallensäuren im selben Konkrement vorfinden würde.

Auf jeden Fall widerlegt das Vorhandensein von Fettsäuren nicht, dass Material aus der Leber ausgeschieden wird, vielmehr ist das Vorhandensein von Gallensäuren und Cholesterin in großen Mengen beweisend dafür, dass Material aus der Leber ausgeschieden wird.

Wir haben eine Anzahl von solchen Lebersteinen zur Untersuchung ins Labor gesandt. Dabei konnten wir zeigen, dass die Gallensäuren in diesen Konkrementen oft stark erhöht waren, währen die Pankreaselastase erniedrigt war. Dies zeigt, dass es sich nicht nur um koaguliertes Olivenöl handelt (sonst wären die Gallensäuren nicht hoch), dass die Schlacken aber vor allem aus der Leber kommen müssen (sonst wäre die Pankreaselastase nicht niedrig).

Ultraschalluntersuchung

Eine weitere gültige Analyse ist die Ultraschalluntersuchung der Gallengänge vor und nach der Leberkur. Dr. Thomas Rau, weltweit bekannter und publizierter ganzheitlich arbeitender Arzt, bestätigt in einer Stellungnahme, dass die Entschlackung der Gallengänge nach der Leberreinigung regelmäßig zu beobachten ist.6

Verbesserungen nach der Kur?

Schließlich muss man sich fragen, ob nach einer Leberreinigung erwünschte Wirkungen eintreten. Dazu gibt es meines Wissens keine publizierte Studie.

Das stark frequentierte Webportal www. curezone.com hat eine Umfrage gemacht, an der 1047 Personen teilgenommen haben. 74,4% dieser Teilnehmer gaben an, dass sich ihre Gesundheit nach der Kur verbessert hat:

http://curezone.com/faq/p/r.asp?a=28,571,2826&s=21&u=1. Zwar wird diese Umfrage nicht den Anforderungenan eine klinische Studie gerecht, ist aber wegen der großen Zahl der Rückmeldungen doch bedeutsam. Alan Baklayan beschreibt in seinem Buch „Cholesterin – Schock und die Alternative“, dass sich Cholesterinwerte dank der Leberkur normalisieren lassen. Da bei der Leberkur viel Cholesterin ausgeschieden wird, wäre dies zu erwarten. Dr. Thomas
Rau bestätigt in seiner Stellungnahme ebenfalls, dass die Cholesterinwerte und die Werte für gesättigte Fettsäuren sich in den meisten Fällen unter der Kur verbessern.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass:

1) Der Wirkmechanismus dieser Kur klar und wissenschaftlich belegt ist;

2) Laborbelege vorliegen, dass Schlacken aus Leber oder Galle bei der Kur ausgeschieden werden;

3) Zwei bekannte Koryphäen aus der ganzheitlichen Medizin die Nützlichkeit und Wirksamkeit der Kur anhand ihrer vielen Fälle bestätigen, und dass es äußerst umfangreiche anekdotische Information dazu gibt, die aufgrund ihrer Zahl auch bedeutsam sind.

Literatur

1) Boyden EA, Bergh GS, Layne JA. An analysis of the reaction of the human gall bladder and sphincter of Oddi to magnesium sulfate. Surgery 1943; 13:723-733. http://www.springerlink.com/content/n752090682275080/
2) Correlation Between Gallbladder Size and Release of Cholecystokinin After Oral Magnesium Sulfate in Man KAZUTOMO INOUE, M.D., ISIDORO WIENER, M.D., CHARLES J. FAGAN, M.D., LARRY C. WATSON, M.D., JAMES C. THOMPSON,
M.D. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1352753/ pdf/annsurg00134-0046.pdf
3) Malagelada J-R, Holtermuller KH, Go VLW. Relative potencies of magnesium (Mg++), calcium (Ca++) and oleic acid (C18) on pancreatic, gallbladder and intestinal function in man. Gastroenterology 1974; 66:A-83/737
4) Malagelada J-R, Holtermuller KH, McCall JT, Go VLW. Pancreatic, gallbladder, and intestinal responses to intraluminal magnesium salts in man. Dig Dis 1978; 23:481-485
5) Vier Laborresultate hier: http://www.drclark.net/en/cleanses_clean-ups/liver_cleanses/labreport.php
6) Stellungnahme von Dr. Rau und weitere Laborresultate vom Dr. Clark Zentrumkann angefordert werden.

* Buch Heilung ist möglich von Dr. Hulda Clark, ISBN 9780974028750

Fachbeitrag von David P. Amrein
Heilpraktiker,lic. oec. HSG
Leiter Dr. Clark Zentrum seit 1998
Zieglerstraße 44
CH-3007 Bern, Schweiz

 

 

 

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