Die Antwort auf Biologie lautet Verantwortung

Durchleuchten wir einmal mehr das wichtige Argument Mutter/Vater.  Die Debatte wird allzuoft über biologistische Merkmale geführt und darüber verliert sich das allerwichtigste. Nämlich die Eigenverantwortung. Ich habe eine kleine Zusammenfssung für Euch erstellt zum Thema Natur und Verantwortung in Bezug auf Elternschaft.

Im Mamablog des Schweizer Tagesanzeigers schrieb Soziologe und Autor Walter Hollstein über die typische Sozialisierung von Jungen und forderte einen Verhaltenskodex für Männer. Er möchte also Spielregel erfinden, die Männern erklären, was sie dürfen. Zitat:

 

Dabei geht es nicht darum, Männer auf Defizite festzulegen. Entsprechend ihrer einseitigen Sozialisation sind die Stärken von Männern auf die Aussenwelt konzentriert – auf Leistungs- und Machtwillen, Durchsetzungsvermögen und Standhaftigkeit, Konkurrenz und Erfolgsstreben. Die andere Seite der Medaille – dialektisch verbunden – ist aber eben das eingeschränkte Eigenschaftsprofil in Bezug auf die eigene Gefühls- und Beziehungswelt.

 

Walter Hollstein argumentiert also mit der Verantwortung der Anderen und erklärt Attribute wie Durchsetzungsvermögen, Erfolgsstreben, etc. zu typisch männlichen Eigenschaften.

 

Ebenfalls im Mama Blog schreibt Andrea Fischer unter dem Titel Männer, hört auf zu jammern! darüber wie leicht es für einen Vater ist, seine Familie im Stich zu lassen und formuliert:

 

Trotzdem bleibt Fakt: Wenn Männer von der Kompassnadel zwischen ihren Beinen in neue Gefilde gelockt werden, ist das gesellschaftlich akzeptiert, ja fast ein bisschen okay. Die armen Männer können doch auch nichts dafür, so ist halt die Natur.

 

Und ebenfalls im Mamablog meldet sich dann noch Mahmud Tschannen zu Wort Er schreibt:

 

Ich habe beide Blogs mit grossem Interesse gelesen, schliesslich ging es ja im weitesten Sinne auch um mich. Bei beiden fand ich viel Einleuchtendes, aber bei beiden Texten hat mich etwas an den Erklärungsversuchen irritiert: der Blick auf den Menschen als Resultat einer Sozialisation oder als Produkt von Genen. Beide Sichtweisen befreien einen nämlich von der Verantwortung für das eigene Verhalten. Weil: Schuld ist entweder die Gesellschaft oder die Natur. Oder beides. Denkt man das zu Ende, sind wir alle hilflose Opfer. Selbst ändern können wir nichts, und wenn sich schon etwas ändern soll, dann bitte zuerst die Umwelt.

 

Frau Schonhöft (auf facebook), Autorin von Kindheiten (Buchbesprechung und Interview) teilte dieses Interview mit James Fallon. James Fallon ist Neurologe und Autor des Buchs The Psychopath Inside: A Neuroscientist’s Personal Journey Into the Dark Side of the Brain. In diesem Interview erzählt er davon, wie er im Zuge seiner wissenschaftlichen Forschungen herausfand, dass sein Gehirn funktioniert wie das von Psychopaten. James Fallon macht klar, dass Hirnstrukturen erheblich verantwortlich sind für die Verhaltensweisen und Moralvorstellungen von Menschen. Die Verantwortung leichtfüßig auf Hirnstrukturen abzuwälzen lässt er aber nicht gelten. Aufmerksamkeit, Sozialisierung und Liebe brauchen Menschen, um ebendiese reflektieren und wieder geben zu können.

 

A primary psychopath won’t necessarily be dangerous, but if we can see that in a kid, we can tell parents to look for certain kinds of behavior. And if those behaviors emerge, we can safely discuss, protecting the privacy of that family and of the kid, how to have the child interact with a nurse practitioner or a trained professional. At that point, we can say: Make sure this kid is never bullied in school; keep them away from street violence, on and on.

 

James Fallon weiß, wovon er spricht. Er hat diese Hirnstrukturen und Verhaltensweisen erforscht und er hat faktisch selbst ein Psychopatengehirn.

Das alles erinnert mich an ein Interview, das ich im Oktober 2012 mit dem niederländischen Neurologen Dick Swaab geführt habe. Dick Swaab ist der Autor von Wir sind unser Gehirn und auch er erklärt unser Gehirn zum Hauptverantwortlichen für all unsere Gefühle, unsere Sexualität und unser Verhalten. Aber auch er vertritt die These, dass all dem Angelegten etwas entgegengesetzt werden kann und muss.

Gut, dass wir endlich beginnen, über Biologie zu reden. Denn ja, Biologie ist die Anlage, mit der wir alle arbeiten müssen. Es ist aber absolut verkehrt von unabänderbaren Zuständen auszugehen. wenn wir uns mit Persönlichkeiten und Verhalten auseinandersetzen. Die Antwort auf Biologie lautet Verantwortung.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Beitrag von Maike von Wegen / mutterseelenalleinerziehend.de

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