Weltfrauentag in Italien – „La festa delle donne“

Der Weltfrauentag ist nun über 100 Jahre alt und entstand in den USA im Kampf um das Frauenstimmrecht. Die Idee wurde schnell  nach Europa getragen und aufgegriffen. Frauen kämpften dort, wie hier, um ihre Rechte. Die Situation der Frauen hat sich in den USA wie in Europa, dank unserer Vorkämpferinnen massiv verändert und verbessert. Auch unter bedrohlichem Druck und persönlichen schmerzlichen Erfahrungen haben Frauen weitergekämpft. Einen DANK an unsere Urgroßmütter, Großmütter und Mütter!

Am 8. März gedenken wir dieser mutigen Frauen. Es ist aber nicht nur ein Gedenktag. Der Weltfrauentag ist auch ein Innehalten und ein Bewusstmachen unserer heutigen Situation. Und ein Geste der Unterstützung für alle Frauen in den Teilen der Welt, wo Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung zum Alltag gehören.

Oft habe ich von Frauen in Deutschland gehört: „Ich bin jeden Tag Frau, ich brauche keinen Frauentag.“  Aber werden nicht bei dieser Äußerung alle jene Frauen vergessen, die in anderen Lebensverhältnissen leben?  Man muss nur einen Blick auf Italien werfen, gar nicht mal so weit entfernt:  Die Gesellschafts- und Familienstrukturen hier sind völlig andere. Die Familie ist für die Existenz weitaus wichtiger als in Deutschland, da das Sozialsystem wesentlich weniger auffängt. Die katholische Kirche spielt bewusst oder unbewusst eine viel größere Rolle. Dank der Berlsuconi-Kultur ist die Frau in Italien zuerst Lust-Objekt, was das alltägliche Leben manchmal schwer macht. Sexuelle Belästigung ist viel verbreiteter als in Deutschland.

Dank der katholischen Kirche, ist die Frau hauptsächlich Mutter, mit quasi alleiniger Verantwortung für die Kinder; und Ehefrau, die für das Wohlergehen ihres Gatten veranwortlich ist, welcher selber, häuslich gut versorgt, alle Freiheiten genießt. Auch wenn diese alten Strukturen allmählich zerbrechen, denn auch in Italien steht die Zeit nicht still, sind sie doch noch sehr im gesellschaftlichen und sozialen Leben verankert. Was für eine deutsche Frau selbsverständlich ist, ist für eine italienische Frau noch lange nicht selbstverständlich. In Deutschland gibt es zahlreiche Angebote und Unter-stützung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen. Nicht so in Italien und vielen anderen Ländern der Welt.

Bis 1996 war zum Beispiel sexuelle Gewalt in der Ehe, in Italien kein Verbrechen. Bis heute findet keine ausreichende, umfassende Aufklärung und Hilfestellung statt. Es gibt noch viele andere Beispiele, die belegen, das der Kampf um die Frauenrechte noch lange nicht beendet ist! Nicht nur in Italien!

Die Studie mit dem Titel „Gewalt gegen Frauen“ liefert erschreckende Ergebnisse:

  • Jede dritte befragte Frau (33 Prozent) hat seit ihrem 15. Lebensjahr schon einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren – auf die absolute EU-Bevölkerung der 18 bis 74-Jährigen gerechnet sind das 61,3 Millionen.
  • Jede 20. gab an, schon einmal vergewaltigt worden zu sein.
  • Die Autoren der Studie schätzen, dass mindestens 83 Millionen Frauen in der EU seit ihrem 15. Geburtstag schon einmal sexuell belästigt worden sind.
  • Zwölf Prozent der befragten Frauen haben sogar schon vor ihrem 15. Lebensjahr Formen der sexuellen Belästigung oder des Missbrauches durch einen Erwachsenen erlebt, hochgerechnet sind das etwa 21 Millionen.
  • Jede dritte Frau hat schon einmal psychische Misshandlung in der Partnerschaft erlebt.
  • 18 Prozent der befragten Frauen waren schon einmal Opfer von Stalking.

(Spiegel 05.03.2014)

 

Der 8.März ist für mich ein Tag der Solidarität mit allen Frauen auf der Welt!  Ein Tag der Motivation und des Bewusst-seins, über unsere eigenen Grenzen hinaus.

In Italien werden an diesem Tag den Frauen Mimosen geschenkt. Ich sehe es als eine Geste der Solidarität, auch wenn ich jeden Tag eine Frau bin.

 

 

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