Muss sich die Schweiz wirklich schaemen ?

Um meine persönliche Meinung als in der Schweiz lebender Deutscher zu dieser Frage schon einmal vorweg zu nehmen – ein ganz klares Nein. Warum nein ? Wenn mehr als die Hälfte der Schweizer dieser Initative – ich nenn Sie nun mal Volksbefragung – zugestimmt hat, kann man wohl wesentlich eher von Volkeswille sprechen, als es uns oft andere europäische Politiker und Parteien – insbesondere auch Deutsche – gerne bei ihren zumeist politisch und lobbyistisch gesteuerten Entscheidungen weiss machen wollen.  Hier ist das Volk gefragt worden und hat das Volk entschieden und eine Mehrheit von über 50 % hat sich „dafür“ entschieden. Und übrigens unter dem Umstand, nicht wie in Deutschland nur 9% Ausländeranteil im Land aufgenommen zu haben, sondern 22 % !

Und nun nochmal die Frage, muss sich die Schweiz wirklich schämen ?

Ich möchte den Lesern dieses Blogs noch ein paar Details liefern, um die Beantwortung der aus meiner Sicht unver-schämten und typisch populistisch ausgelegten Bildzeitungs-Aussage : Die Schweizer schämen sich – zu erleichtern.

Viele Länder insbesonder in der EU nehmen für sich in Anspruch, ein Demokratisches Land zu sein. Anhand meines Mutterlandes Deutschland habe ich bereits in meinem Bericht vor einigen Tagen noch einmal daran erinnert, dass ca. 600 Leutchen für 83 Milliönchen Leutchen diskutieren und von den 600 Leutchen so ca. 400 Leutchen und von denen dann wohl eher der innere Martzirkel von ca. 40 Leutchen die Entscheidungen und Richtungen für die 83 Milliönchen bestimmen. Ansonsten dürfte wohl das völlig beschämende Thema eines Mindestlohnes, sowie die Tatsache, dass sich viele – sehr viele von einem 100% Job nicht unterhalten können und zusätzlich Hilfen vom Staat beantragen müssen – längst der Vergangenheit angehören.

Als Frau Merkel nach dem Supergau in Japan spürte, dass Sie Ihre wenige Wochen vorher getätigte Entscheidung zurücknehmen muss, wenn sie weiter an der Macht bleiben will und somit unmittelbar die Energiewende ankündigte, zeigt sehr deutlich, dass sehr wohl die Politik in der Lage ist, unmittelbar auf Not zu reagieren, wenn ihre Macht sonst bedroht ist.

Desweiteren lassen europäische Politiker und Parteien und auch hier vorne an deutsche keine Gelegenheit aus, für Ihr ganzes Volk zu sprechen bzw. die völlig abgedroschene Formulierung des „Wählerwillens“ zu bemühen, wenn sie uns weiss machen wollen, dass das Volk die wahllosen EU-Beitritte der Armenhäuser Europas wollte, die Einführung des Euros wollte (also meine Oma hat mir bereits angekündigt, was auf uns danach zukommen wir, denn die sprach nach bereits 2 erlebten Weltkriegen mit einhergehenden Geldentwertungen im Gegensatz zu den meisten schwafelnden Politikern aus einer umfangreichen Praxiserfahrung). Sie sollte übrigend Recht behalten, denn nie zuvor in der Geschichte der jungen Bundesrepublik, hat es in einem zeitlichen Raster von 10 Jahren eine solche Inflation gegeben, wie die der letzten 10 Jahre, – aber sorry – auch da will man uns ja scheinbar mit manipulierten Warenkörben die zur Berechnung herangezogen werden, genau das Gegenteil weiss machen.

Warum ist die sogenannte politische Elite Europas – auch die Damen und Herren in Brüssel – sonst bis heute nicht bereit, die derzeit bewegendsten Fragen der Europäer mittels einer Volks-/Völkerbefragung zu stellen ?

Nehmen wir doch mal nur 3 brennende Fragen in Deutschland als Beispiel :

  1. Wollt Ihr in Zukunft nach Schweizer Vorbild in wichtigen Fragen nicht nur von 600 oder 400 oder noch schlimmer von ca. 40 Leutchengesagt bekommen, was Ihr zu wollen habt, sondern bei diesen wichtigen Fragen mittels Initiativen und Referenden über Mehrheitsentscheiden aktiv Eure Welt mitbestimmen ?
  2. Wolltet und insbesondere wollt Ihr weiterhin die Aufnahmen weiterer EU-Mitgliedsstaaten.
  3. Wenn ja, wollt Ihr Euch weiterhin auf die völlig gescheiterten Prüfmechanismen und die entsprechenden Prüfer verlassen,die sicherstellen sollen, worauf wir uns finanziell einlassen, wenn wir diesen oder jenen Bewerber aufnehmen und ob die Zahlen die dieser Bewerber uns liefert auch stimmen ?
  4. Ist es durch ein völlig falsch verstandenes Schuldbewusstsein richtig, Menschen die sich zu solchen Themen kritischpositionieren und Fragen stellen, oft in die nationalistische bzw. neo-nationalistische braune Ecke zu stellen?

Aber das ist ja auch schön einfach, denn da wollen die meisten von uns ja nicht hin und dann hält man dann vielleicht doch eher den Mund.

Ich bin 1967 geboren, weder ich noch mein Vater ( er war bei Kriegsende 9 ) haben etwas mit dem Krieg zu tun noch etwas hierzu verantworten. Genau so wenig wie die meisten russischen Bürger zu verantworten haben, wass da Herrschaften wie Herr Putin und Konsorten tun. Ich mache mich weder für den Nationalsozialismus noch für den ersten oder zweiten Weltkrieg noch für die Judenverfolgung verantwortlich. Die verantwortlichen sind übrigens nahezu all tod ! Und ich habe insbesondere meinen Kindern immer wieder versucht zu erklären, dass sie hieran keine Schuld tragen und hierzu auch keinerlei Verantwortung haben. Daran erinnern, wie man es nicht macht und was entsteht, wenn man es macht bzw. zulässt, ist selbstverständlich mahnendes Beispiel für uns alle – für uns alle auf der Welt – für alle Völker, denn da haben nahezu alle in Ihren Landeshistorien Beispiele, wie man es nicht macht.

Wenn doch unserer Politiker sich so sicher sind, dass sie die Mehrheit ihres Volkes richtig vertreten und dem so benannten Wählerwillen entsprechen, spricht doch nichts und absolut nichts dagegen, sich mittels einer ehrlichen Volksberagung vor sehr schwerwiegenden Entscheidungen noch einmal beim Volk rückversichert.

Das Schweizer Volk braucht sich in jedem Falle aus meiner Sicht (wie gesagt ich bin deutscher Ausländer der seit 3 Jahren Gast in der Schweiz sein darf ) „nicht“ zu schämen und tut dies sicherlich in der breiten Mehrheit auch nicht, sondern darf darüber hinaus stolz sein, eine „wahre“ uns sehr gut funktionierende und lebendige Demokratie erarbeitet zu haben.

Mit besten Grüssen aus Bern

Alex

 

 

2 Kommentare zu Muss sich die Schweiz wirklich schaemen ?

  1. @Lina

    richtig, ein Land sollte dies selbst entscheiden können und dürfen, ohne von einem Nachbarland bzw. besser gesagt von der Politik eines Nachbarlandes
    ausgebuht zu werden. Dann käme die Deutsche Politik ja auch garnicht mehr
    ans arbeiten, denn dann müssten diese Damen und Herren ja permanent
    Amerika und Russland mit einem Dauer-Buh belegen. Aber da drückt man aus politischen sowie insbesondere finanzpolitischen Gründen ja nahezu bei jeder Verfehlung ( auf die man bei diesen beiden Ländern nie lange warten muss ) alle Augen zu – aus Angst, es könne den Beziehungen schaden.
    Aber bei den deutschen Politikern hat sich seit bestehen der BRD eine sogenannt Geheimwaffe geschmiedet, die immer wieder und immer wieder effektiv gegen Kritik von Bürgern eingesetzt wird. Was das ist ? Es ist der
    Vorwurf der Politiker – bei nahezu jeder Kritik, die Ihnen nicht passt, der Kritiker wäre braun, bzw. neonazistisch orientiert und würde somit die Staatsordnung unterlaufen. Das zieht seit über 60 Jahren super in Deutschland. Damit wird nahezu jeder der das Maul aufmacht vorgeführt.
    Ist doch praktisch oder – denn braun oder neonazistisch will doch nun wirklich keiner sein – also ich zumindest nicht !! Und schwups, ist jeder kritische Punkt aus dem Volk niedergemacht – ist doch wirklich praktisch. Und im Ausland steht man auch noch super da, denn mann hat die bösen bösen Nazis und das braune Gedankengut geächtet und im Griff.
    In Deutschland einen Gedanken nur auszusprechen, dass man die Entscheidung der 50.3% Schweizer versteht ( wir reden hier von mehreren Millionen rechtschaffenden Staatsbürgern unseren Nachbarlandes ) wird
    in Deutschland ( wie gestern Abend in der deutschen Sendung von Herrn Plasberg geschehen ) als braun dargestellt ( wenn auch versteckt ). Man sprach in dieser Sendung beispielsweise von der Tatsache, dass bei der Abstimmung in der Schweiz der prozentuale Anteil der Befürworter in ländlichen Gebieten deutlich höher war als in den städtischen. Jeder wusste, was damit gemeint sein sollte, aber keiner hat es ausgesprochen, da man wohl ausnahmsweise vorscihtig war, – da es hier nicht um die beispielsweise die völlig zu unrecht geächtete Partei AFD ging sondern direkt um das Schweizer Volk. Aber was man damit sagen wollte war für jeden klar.
    Ich liebe in jedem Fall die Schweiz, die Schweizer, die schweizer Politik, die Freundlichkeit, die Mentalität, die Diskretion (und dabei denke ich nicht ans Bankengeheimnis) die Gastfreundschaft die bisher die 24 % Ausländer mit samt ihrer Kulturen hier geniessen dürfen und „VORALLEM“ die direkte Demokratie und die damit verbundene EHRLICHE Wertschätzung jedem Schweizer gegenüber, die Politik die Zukunft und das Land mitzugestalten.
    In Deutschland geschieht dies bekanntlich nicht über die 83 Millionen sondern über die 600 Politiker im Bundestag bzw. den inneren Machtzirkel der Bundesregierung von ca. 40 Personen.
    Alex

  2. Hallo,

    bin auch der Meinung, dass sich die Schweiz und auch die schweizer Wähler nicht schämen müssen.

    Warum auch?

    Darf man nicht seine Meinung sagen? Darf man denn nicht gegen oder für etwas sein? Hallo?

    Außerdem sollten doch gerade wir Europäer mal überlegen, wie wir immer wieder mit den Asylanten umgehen. Wie wir Deutschen diese armen Menschen „nicht haben wollen“. …. und dann regen WIR uns auf, weils uns im Ausland auch mal so geht.

    Sorry, da hat mich die Schadenfreude das erste Mal richtig übermannt.

    In die heute globalisierte Welt gehören Ausländer (egal in welchem Land) wohl dazu – nur vergisst der Mensch häufig, dass er ÜBERALL auf der Welt – bis auf in seinem kleinen Heimatland – Ausländer ist.

    Diesen Hintergrund vor Augen, sollte man sich genau überlegen, ob man so gegen Ausländer im eigenen Land ist. Doch, wenn man sich ganz sicher ist, dass es jetzt reicht (und ich finde 22 % echt viel), dann sollte man das auch sagen dürfen.

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