Abtreibung und „Pille danach“

Eine Umfrage des RTL-Mittagsjournals „Punkt 12“ ergab, dass sich die Deutschen (jedenfalls die Befragten) darüber uneining sind ob die „Pille danach“ in deutschen Apotheken ohne Rezept abgegeben werden darf/soll: 49% der Befragten sind dafür, 45% sind dagegen. Was mich etwas verwundert hat, ist die Tatsache, dass scheinbar die Mehrheit derjenigen die für eine rezeptfreie Abgabe der „Pille danach“ nicht etwa Frauen sind, sondern Männer. Das hat mich recht nachdenklich gemacht. Warum ist das so? 

In erster Linie sind bei einer Schwangerschaft die Frauen die direkten Betroffenen.

Wenn eine Frau ungewollt schwanger wird: sei es aus gesundheitlichen Gründen (Erbrechen und Durchfall können bspw. dazu führen dass die Pille nicht mehr effektiv ist), oder sie hat die Einnahme der Pille vergessen, oder das Kondom ist geplatzt/verrutscht, oder, man hat sich einfach gedacht „dieses eine Mal passiert ja sicher nichts“, bietet sich die „Pille danach“ an.

Es wäre wohl am einfachsten wenn diese Lösung rezeptfrei ist und nicht noch ein Arzt daran verdienen muss, zudem muss ja die „Pille danach“ auch innert einer gewissen Frist eingenommen werden. Ungewollt ist ungewollt. Egal aus welchem Grund (lassen wir Gewaltverbrechen hier einfach mal aussen vor). Also frage ich mich: wie können Frauen dagegen sein? Ich will gar nicht wissen wieviele Frauen schon einmal in einer solchen Situation waren. Aber sicher sind es nicht wenige.

Ob es angebracht ist ungeschützten Sex zu haben ist eine ganze andere Frage. Abgesehen davon wird die Verhütung erfahrungsgemäss nach wie vor (zu einem grossen Teil) den Frauen überlassen. Klar finde ich es schlecht wenn jemand absichtlich nachlässig ist. Aber auch das muss jede und jeder für sich entscheiden. Ich finde dieses rumgezicke echt blöd und vor allem unnötig. Weshalb einander also das Leben schwer machen? Die Betroffenen sollen selber entscheiden können was sie in einer solchen Situation machen wollen.

In der Schweiz wird bald darüber abgestimmt ob die Kosten für eine Abtreibung in Zukunft weiterhin von der Krankenkasse übernommen werden oder ob Frauen dafür selber aufkommen müssen. Letztere stehen oftmals alleine da. Nämlich dann wenn es für die „Pille danach“ zu spät ist (48 bis 72 Stunden). Eine solche Situation ist für die Betroffene sicher schon schwer genug.

Wenn die Kosten für einen Schwangeschaftsabbruch allein zu Lasten einer Frau gehen, gibt es dann weniger Abtreibungen? Wenn sich eine 18-jährige junge Frau eine Abtreibung in einem schweizer Spital nicht Leisten kann und aus diesem Grund die Schwangerschaft zu Ende bringt, wie geht es dann nach der Geburt weiter? Wer zahlt das? Das Sozialamt?

Möglicherweise sind die Konsequenzen bei einer Annahme dieser Abstimmung nicht wirklich zu Ende gedacht worden?

 

 

1 Kommentar zu Abtreibung und „Pille danach“

  1. Es geht nicht um wirtschaftliche Faktoren, das sagen die euch nur (politisch korrekt & so). Es geht nur darum den Frauen eins auszuwischen!

    Deshalb sage auch ich Ja am 09.02!

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