Abtreibung

Initiative zur «Abtreibungsfinanzierung» gefährdet Menschenrechte.  In genau einem Monat steht die Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» zur Abstimmung. Laut Amnesty International gefährdet diese Initiative grundlegende Menschenrechte und sollte deshalb abgelehnt werden: sie untergräbt das Recht der Frauen auf den höchstmöglichen Stand an Gesundheit und ihr Recht, nicht diskriminiert zu werden.

Das «Recht auf den höchstmöglichen Stand an Gesundheit» gilt auch im Zusammenhang mit Sexualität, Schwangerschaft und Mutterschaft. Jeder Staat hat die Pflicht, dieses Recht zu gewährleisten. Niemand darf bei dessen Inanspruchnahme diskriminiert werden. Die Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» gefährdet diese Rechte und ist deshalb abzulehnen.

Stella Jegher, Genderbeauftragte der Schweizer Sektion von Amnesty International:

«Keine Frau, die sich für den Abbruch einer Schwangerschaft entscheidet, tut dies leichtfertig. Jede Frau muss aber das Recht haben, im Rahmen der geltenden Gesetze und gut informiert eine Abtreibung unter medizinisch sicheren Bedingungen vornehmen zu lassen. Einschränkungen des Zugangs zu Abtreibung führen nirgends auf der Welt zu weniger Abtreibungen, sondern zu mehr Abtreibungen unter gefährlichen Bedingungen».

Die Finanzierung eines legalen Schwangerschaftsabbruchs über die obligatorische Krankenpflegeversicherung ist deshalb zu Recht Teil der so genannten «Fristenregelung», die vom Schweizer Volk im Jahr 2002 mit 72 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen wurde und im selben Jahr in Kraft trat.

Können legale Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr über die Krankenkasse finanziert werden, wie dies die Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» will, so bedeutet dies

– dass der Zugang zum legalen, ärztlich begleiteten Schwangerschaftsabbruch für mittellose Frauen erschwert bis verunmöglicht wird;

– dass Frauen, die sich keinen fachlich begleiteten Schwangerschaftsabbruch leisten können, zu anderen Methoden der Abtreibung greifen und damit ihre Gesundheit gefährden werden;

– dass der schicht- und geschlechterübergreifende Solidaritätsgedanke, der der Krankenversicherung zugrunde liegt, zugunsten einer diskriminierenden Regelung untergraben wird, und Männer aus der Mitverantwortung entlassen werden.

Die Vorlage «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» verstösst damit in mehrerer Hinsicht gegen grundlegende Menschenrechte:

– sie diskriminiert Frauen in Bezug auf die Leistungen einer von ihnen mitfinanzierten kollektiven Grundversicherung;

– sie diskriminiert Frauen in Bezug auf den Zugang zum höchstmöglichen Mass an Gesundheit;

– sie gefährdet das Recht auf Gesundheit insbesondere von mittellosen und sozial benachteiligten Frauen, die ausserhalb der staatlich garantierten Leistungen über kein Sicherheitsnetz verfügen.

Hintergrund: Die Position von Amnesty International zum Schwangerschaftsabbruch

Amnesty International vertritt nicht die Forderung nach einem allgemeinen «Recht auf Abtreibung».

Auf der Grundlage international gültiger Menschenrechtsnormen fordert die Organisation hingegen weltweit

-das Recht von Frauen und Mädchen auf Selbstbestimmung im Bereich von Sexualität, Schwangerschaft und Mutterschaft,

-die Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs,

-das Recht, eine Schwangerschaft abzubrechen, wenn diese aus Vergewaltigung entstanden ist, und/oder wenn das Leben oder die Gesundheit der Schwangeren schwer gefährdet ist.

Ein Schwangerschaftsabbruch muss in diesen Fällen unter sicheren, niederschwelligen und nicht diskriminierenden Bedingungen durchgeführt werden können.

Quelle: Amnesty International Schweiz

 

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11 Kommentare zu Abtreibung

  1. Sicher geht es auch anderen Frauen so wie meiner Freundin, sie haben es satt sich Tag für Tag mit den Hormonen der Antibabypille voll zu stopfen. Seit kurzem verhüten wir mit Kondomen, welche im Gleitmittel samentoetende Substanzen enthalten. Sollte wegen dieser etwas weniger zuverlässig wirkenden Verhütungsmethode eine Schwangerschaft eintreten, werden wir das Kind abtreiben lassen, das ist immer noch besser, als der tägliche, nicht ungefährliche Hormon-Coktail!

  2. Dank an alle, welche die Initiative abgelehnt haben.
    Damit hat jede ungewollt schwangere Frau weiterhin die Möglichkeit, ihr ungewollt gezeugtes Kind fachgerecht abtreiben zu lassen und ist nicht wie in früheren Zeiten gezwungen, den Eingriff bei einem Kurpfuscher machen zu lassen, wo z.Bsp. mit Velospeichen oder fragwürdigen chemischen Substanzen versucht wurde den Ebryo zu töten.
    Oft bezahlten die Frauen den Eingriff mit ihrem Leben oder trugen bleibende Schäden davon. Es kam auch vor, dass der abzutreibende Embroyo die Prozedur schwer verletzt überlebte und in der Folge ein mehr oder weniger stark behindertes Kind geboren wurde.
    Die heutzutage angewandten Abtreibungsmethoden töten den Embrio sicher, schnell und schmerzlos, zudem müssen die Frauen kaum mit gesundheitlichen Komplikationen rechnen.

  3. Bitte stimme nur 1 x ja, wenn Du 3 x ja stimmst, ist Dein Stimmzettel ungültig, denn jede(r) Bürger/in hat nur 1 Stimme.

  4. Ja, natürlich ist das ein erster Schritt in die Kriminalisierung von Abtreibungen!
    Ich finde das auch richtig, ich würde auch die Pille danach verbieten (wahrscheinlich auch die Pille). Jedoch ist das nicht so einfach, nur weil ->ich darf ned abtreiben -> ev. kein Mann für Alimente -> überflüssige Staatskosten AUSSER sie hätte abgetrieben, dann auch gearbeitet und somit Steuern bezahlt <- so denkt der Bund, an Geld, ganz gross bei denen im Büro…).

    Ich weiss es nicht (wirklich nicht), ich glaube auch nciht dass der BR sich je getrauen würde die Abstimmungen zu verfälschen, dafür ist die Machtteilung zu gut! Jedenfalls werde ich 3x Ja stimmen!

  5. @LOL Es stimmt, im Initiativtext wird die Abtreibung in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft nicht verboten, aber würde die Initiative wuchtig angenommen, wäre es wohl ein erster Schritt in diese Richtung. Abtreibung ist für mich ein Menschenrecht, weil niemand gezwungen werden soll, ungewollt Kinder in die Welt zu setzen, nur weil Sie und Er die Sexualität genießen wollen. Uebrigens: Schon die Pille danach ist eine frühe Art der Abtreibung, sie hindert eine bereits befruchtete Eizelle daran, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Im Uebrigen bleibe ich dabei, jede Verhütungsmethode kann versagen, die Möglichkeit abtreiben zu können, deshalb unerlässlich.

  6. „Die heutigen Verhütungsmittel sind relativ sicher, Abtreibungen daher eher selten.
    Ob die Krankenkasse die Abtreibung bezahlt, daher nicht so wichtig.“

    Jepp das sind sie! Gottseidank! Was muss den eine ->KRANKEN<-kasse alles bezahlen?

    "Wichtig ist aber, dass die Möglichkeit besteht, abtreiben zu können, für mich bildet Abtreibung die letzte Stufe der Verhütung. Sex zu genießen, ohne dabei unerwünschten Nachwuchs in Kauf nehmen zu muessen ist ein Menschenrecht!"

    Das ist eben Deine Meinung. Wir werden sehen ob andere Menschen gleich empfinden wie du (je nach dem wie sie abstimmen werden).

    Ich finde es ist kein Menschenrecht einen Menschen zu töten (für mcih ist das Mord). Dennoch brauchst du keine Angst zu haben, denn dein Menschenrecht wird nicht verboten, sondern wird nunmal nicht mehr von der KK bezahlt…

    Und deshalb meine 2 Fragen:
    – Du findest du hast ein Recht auf Abtreibung… Hast du den Initiativtext gelesen? Da steht nirgends dass es verboten wird.
    – Und warum ist für dich Abtreibung ein Menschenrecht? Etwa weil du dann "unbeschwert" Sex haben kannst und dass das die letzte Verhütung ist? Dann mal aufgepasst: Verhütung bedeutet dass man sich hütet dass die Frau nicht schwanger wird. Abtreibung bedeutet die Schwangerschaft zu beenden. Also kann Abtreibung keine Verhütungsmethode sein, AUSSER du verstehst unter Verhütung sich zu hüten kein Kind zu bekommen DANN verstehe ich dich aber trotzdem nicht, denn du sagst selber die heutigen Verhütungsmehtoden sind relativ sicher, also hast du neben deinem Kondom, deiner Pille, deiner Vagina-Kondom noch die Pille danach. Ich denke damit kannst du "unbeschwert" verhüten. Aber mich fasziniert deine Aussage bezüglich Menschenrechte, ich verstehe das immer noch nicht… Warum ist Abtreiben ein Menschenrecht?

  7. Die heutigen Verhütungsmittel sind relativ sicher, Abtreibungen daher eher selten.
    Ob die Krankenkasse die Abtreibung bezahlt, daher nicht so wichtig.
    Wichtig ist aber, dass die Möglichkeit besteht, abtreiben zu können, für mich bildet Abtreibung die letzte Stufe der Verhütung. Sex zu genießen, ohne dabei unerwünschten Nachwuchs in Kauf nehmen zu muessen ist ein Menschenrecht!

  8. Abtreibungen werden nicht verboten, sondern nciht mehr von der öffentlichen Hand finanziert bzw. von der KK.

    Wie sieht es in einem Land aus ohne oblig. KK, sind da die Frauen auch gefährdet? Sry, aber lachhaft ist diese Argumenation und wir leben in einer Demokratie, wenn entschieden wird dass es keine Menschrechte verletzt (-> Initiative annehmen) dann ist das so!

    Ich werde ein Ja in die Urne werfen, dann spare ich (theoretisch) gerechnet 1.40 .-pro Monat -> Ein Energy Drink mehr 😀

  9. Sex ist nicht nur zur Fortpflanzung da, sondern er soll auch jede Menge Spass machen, dies kann er nur, wenn die Frau im Falle einer Verhütungspanne frei darüber entscheiden kann, entweder das Kind auszutragen oder es fachgerecht abtreiben zu lassen.

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