Teil 2, 11. Oktober 2013

In einem anderen Buch „Tochter des Meeres“ beschreibe ich einen Traum, den viele Mädchen in sich tragen: den Traum der Befreiung. Diese Szene ist nur eine Allegorie, eine Vision. Warum sollte sie nicht in Erfüllung gehen?

„In der folgenden Nacht sah ich im Traum ein Mädchen am Strand. Sie hatte ihre Strümpfe und Schuhe ausgezogen, ihre Füsse mieden sorgfältig die scharfen Muschelsplitter. Sie blickte aufs Meer hinaus, atmete tief und langsam die nahrhafte Luft ein. Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Das kühle, helle Frühlicht, hauchfein wie eine Seifenblase, liess sie erschauern. Tausende von Möwen und Seeschwalben flogen und drehten sich im Gleitflug, suchten Nahrung zwischen Steingeröll und Pfützen. Ihre Schreie erfüllten die Luft, mischten sich in das Flattern des Windes.

Das Mädchen konnte nicht schwimmen. Das machte nichts. Sie wusste, dass am Ufer der Sand sanft abfiel. Sie löste zuerst ihr Kopftuch, hob es hoch in die Luft. Ihre Finger öffneten sich, der Luftstrom riss es ihr aus der Hand. Ein unbedeutendes Stück Stoff, dass der Wind über den Strand wirbelte. Dann öffnete das Mädchen ihr Mantelkleid, liess die graue Hülle über ihre Schultern gleiten, stiess sie mit dem Fuss weg. Ihr Leben vorher? Ihre Anpassung, ihr Gehorsam, ihre eingedrillten Überzeugungen? Strandgut! Das Mädchen trug jetzt nur noch T-Shirt und Shorts. Diese Kleidungsstücke waren nicht ihre eigenen. Sie hatte sie am Abend zuvor bei ihrer Freundin ausgeliehen.

Langsam, etwas zögernd noch, watete das Mädchen ins Wasser. Sie fröstelte, als die kleinen, kühlen Wellen ihre nackten Beine umspülten. Noch war ihr Haar zu einem straffen Knoten geschlungen. Das Mädchen zog einige Spangen heraus. Ihr aufgelöstes Haar fiel weit über Rücken und Schultern. Sie hob es mit beiden Händen, bewegte den Kopf hin und her in Freiheit und Licht. Tiefer stieg sie in die Wellen. Sachte jetzt, sachte…nicht zu schnell, nicht zu tief. Noch einen Schritt und noch einen.

Die Helligkeit nahm ständig zu. Das Mädchen war wie berauscht. Dieser ganz neue Tag gehörte nur ihr! Sie hätte vor Glück lachen, schreien, singen können. Überwältigt schloss sie die Augen. Vorsicht! Nicht weitergehen, solange sie noch nicht schwimmen konnte. Und plötzlich spürte sie einen warmen Hauch. Und als das Mädchen die Augen öffnete, sah sie vor sich die Sonne am Himmelsrand leuchten. Da hob sie beide Arme wie eine Siegerin. Und mit triumphierenden Lachen hiess sie die Freiheit willkommen.“

Liebe kleine Schwestern überall auf der Welt, macht, dass dieser Traum auch für Euch in Erfüllung geht! Schenkt Eurem Geist Licht, und Euren Herzen Freiheit!  Macht aus Eurem Gefängnis ein Haus ohne Wände! Denn je grösser das Leiden, umso intensiver die Kraft! Nie mehr soll eine Tradition Euer Gehorsam rühmen, aber Euren Lebensmut, Eure Klugheit und Eure Kraft. Auf diese Weise werdet Ihr die Welt verwandeln. Nicht nur zu Eurem eigenen Wohl. Sondern zum Wohl der Menschheit.

©Federica de Cesco / Plan International Switzerland

Teil 1: „Die Verwandlung der Welt“

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Zur Aktion „92 Tage für Mädchen“

Mit der Aktion „92 Tage für Mädchen“ fordern engagierte Frauen und Mädchen aus der Schweiz gemeinsam mit Plan: „Bildung und Schutz für Mädchen weltweit!“ Vom 12. Juli 2013, dem Geburtstag der pakistanischen Bloggerin und Aktivistin für Mädchenrechte Malala Yousafzai, bis zum 11. Oktober, dem internationalen Mädchentag, werden jeden zweiten Tag künstlerische Beiträge zur Situation der Mädchen weltweit auf www.plan-schweiz.ch/92tage publiziert, die aufrütteln, berühren, beflügeln – und zur Mithilfe aufrufen.

Die Aktion endet  HEUTE  am 11. Oktober 2013 – dem internationalen Mädchentag – mit einem Anlass für Gross und Klein auf dem Berner Bundesplatz.“


 

 

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