EHRENMORD

Die Ehre der Familie ist wichtiger als das Leben eines Menschen. Meistens wird eine Frau getötet, die Schande über die Familie gebracht hat, indem sie sich von ihrem Mann trennte, einen versprochenen Ehemann ablehnte oder vor ihrer  Heirat Sex hatte. Auch bei uns in Deutschland machen Ehrenmorde unter türkischen Familien zeitweise Schlagzeilen.

Doch nicht nur in der Türkei werden Morde im Namen der Ehre begangen, auch in Pakistan, Indien, Saudi-Arabien sowie im Jemen, im Westjordanland und im Gazastreifen müssen Frauen um ihr Leben fürchten, wenn sie aus dem  tradi-tionellen Korsett aus Zwangsverheiratung oder häuslicher Gewalt ausbrechen und ein selbstbestimmtes Leben führen wollen. Ehrenmorde werden teilweise sogar vom Staat toleriert.

In Jordanien beispielsweise erhalten Ehrenmörder eine geringere Strafe, wenn das Opfer die Ehre der Familie beschmutzte. Die Vereinten Nationen schätzen, dass jährlich 5.000 Frauen und Mädchen im Namen der Ehre umgebracht werden. Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch viel höher, denn Ehrenmorde werden oft als Selbstmorde oder Unfälle in den Statistiken geführt. Ehrenmorde reflektieren Jahrhunderte alte Formen des Patriarchats.

Bricht eine Frau aus ihrer Rolle als demütige Ehefrau oder Tochter aus, so muss das Familienoberhaupt die verlorene Kontrolle über die Tochter wiederherstellen – über die Leiche der Frau hinweg.

Die „sanftere“ Form des Ehrenmordes ist die Säureattacke. Bei diesem brutalen Gewaltangriff wird den Frauen Säure übers Gesicht geschüttet, die meisten überleben nur knapp mit vernarbten, bis zur Unkenntlichkeit verätzten Nasen, erblindeten Augen, verbrannten Ohren. So sollen vor allem diejenigen Frauen unterjocht und wieder an ihren  traditionellen Platz in der Gesellschaft verwiesen werden, die ein Heiratsangebot verschmäht, einen Liebhaber oder einfach nur Erfolg im Beruf haben. In Bangladesch, Afghanistan und Pakistan, aber auch im Iran oder Kambodscha sind
Säureattacken gegenwärtig – und Frauen, die aus ihrer Rolle ausbrechen, in Lebensgefahr.

 

Aus: care_affair  / care.de

 

 

 

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