Die Frau gehört an den Herd

Höhere Bildungsabschlüsse sind nicht mehr nur Männersache, und auch im Job punkten Frauen erfolgreich mit weiblichen Qualitäten. Die Frau gehört an den Herd, ihr Gatte bringt das Geld nach Hause. Diese  Aufgabenverteilung  ist heute zunehmend veraltet. Die moderne Frau ist unabhängig, eigenständig und verwirklicht sich selbst. Was Frau heute unter Selbstverwirklichung versteht, war für das weibliche Geschlecht in früheren Jahrhunderten ein Fremdwort. Der Weg in die Erwerbstätigkeit blieb Frauen lange Zeit verwehrt.

Im öffentlichen Bildungssystem des 19. Jahrhunderts hatten Mädchen kaum Bildungschancen, die über den Schulbesuch hinausgingen. Und heute?

Der Blick in die Hörsäle von Universitäten und Fachhochschulen zeigt: Knapp mehr als die Hälfte der aktuell Studierenden sind Frauen. Gemäss den „Szenarien 2012-2020 für das Bildungssystem“ des Bundesamts für Statistik (BFS) werden im Jahr 2020 26,4 Prozent der Frauen in der Schweiz einen Hochschulabschluss besitzen, gegenüber 19,1 Prozent im Jahr 2010.

Immer mehr Frauen in Spitzenpositionen

Frauen geben nicht nur auf dem höheren Bildungsweg Gas, sie nehmen nach der Ausbildung eine immer wichtigere Stellung in der Schweizer Wirtschaft ein. Der im Mai dieses Jahres veröffentlichte Bericht eines Executive Search Unternehmens brachte zutage, dass Frauen so zahlreich wie noch nie in Schweizer Geschäftsleitungen (6 Prozent) und Verwaltungsräten (12 Prozent) vertreten sind. Immer mehr Unternehmen wissen die besonderen Fähigkeiten von Frauen zu schätzen. So gehen sie im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen zum Beispiel nicht nur rational in ihren Entscheidungen und dem Verhalten vor, sondern haben auch den Blick auf das Ganze und die menschlichen Belange im Team gerichtet. Ihr Denken und Handeln ist langfristig ausgelegt.

Auch in Sachen Intelligenz braucht sich das weibliche Geschlecht nicht hinter dem (vermeintlich) starken Geschlecht zu verstecken: Im vergangenen Jahr haben Forscher herausgefunden, dass die IQ-Werte von Frauen erstmals höher sind als die der Männer. In den letzten Jahren hätten die Frauen erst aufgeholt, dann überholt. Das Mehr an Gehirnzellen könnte wohl auch ein Grund dafür sein, dass die meisten Kaufentscheidungen – in manchen Studien ist von 80 Prozent die Rede – von Frauen gefällt werden. Oder einfach daran, dass Frau gerne dem Shoppen frönt: im Durchschnitt ganze 25‘184 Stunden und 53 Minuten ihres Lebens – mag man der Umfrage einer britischen Online-Marktforschungs- Firma Glauben schenken. Frau hat eben viele Talente. Eines von ihnen besitzt Mann nur selten: Multitasking. Diese Fähigkeit muss dessen ungeachtet selbst Frau verstärkt unter Beweis stellen. Nämlich dann, wenn sie Beruf und Familie unter einen Hut bringen möchte.

Karriere = Verzicht auf Familie?

Der Begriff Karrierefrau ist nicht nur positiv behaftet. Oft wird ihr vorgeworfen, sie opfere ihr Privatleben rücksichtslos dem Aufstieg auf der beruflichen Karriereleiter. Frauen, die im Job erfolgreich sein wollen, landen schnell mal in einer Schublade – auf der Emanze steht. Doch auch wenn viele Frauen verstärkt den Drang haben, Karriere zu machen, möchten die meisten von ihnen nicht auf Kinder verzichten. Soziale und familiäre Werte sind keineswegs auf der Strecke geblieben. Lediglich der Zeitpunkt der Familienplanung hat sich nach hinten verschoben. Was dennoch bleibt, ist die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In diesem Punkt gleichwertige Möglichkeiten für Frau und Mann zu schaffen, ist nicht nur wichtig für die Wirtschaft, sondern auch eine Voraus-setzung für die Chancengleichheit der Geschlechter. Die Doppelbelastung stellt selbst die Frau, die in anderen Bereichen bereits erfolgreich ihren Mann steht, auf eine harte Probe. Bund, Kantone und Unternehmen müssen hier an einem Strang ziehen und mit ergänzender Kinderbetreuung und familienfreundlichen Arbeitsbedingungen bessere Voraussetzungen schaffen – etwa auch um den Wiedereinstieg in den Beruf zu vereinfachen. Fazit: In den letzten Jahrzehnten hat sich das Rollenbild der Frau stark verändert. Neben einer schulischen Ausbildung schlagen immer mehr Frauen eine akademische Laufbahn ein. Der Wunsch eine erwerbstätige, unabhängige und erfolgreiche Frau zu sein ist weit verbreitet und geniesst weitestgehend Akzeptanz in der Gesellschaft. Trotz der immer noch bestehenden Defizite in der Gleichstellung zwischen Mann und Frau sowie der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind Karrierefrauen auf dem Vormarsch.

Von Nadine Eiffert für: DIE FRAU – Eine Sonderveröffentlichung des Reflex Verlages

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3 Kommentare zu Die Frau gehört an den Herd

  1. @Martha: das ist auch in Sachen Haushalt so. Wenn in einer Familie die Frau 100% arbeitet sehen es alle (sogar die Frau selbst) als selbstversändlich, dass sie den Hauptteil – wenn nicht sogar alles – an Hausarbeit erledigt. Wenn der Mann dann ab und zu mithilft finden das alle super und mega toll.

  2. „Oft wird ihr vorgeworfen, sie opfere ihre Privatleben rücksichtslos dem Aufstieg auf der beruflichen Karriereleiter.“ – Sowas wird – seltsamerweise – nur Frauen vorgeworfen. Bei Männern wird das als normal und selbstverständlich angesehen.

  3. Gut, dass es bei mir auf der Arbeit eine leckere Kantine gibt, sodass Wochentags kochen schonmal ausfällt und ich gerne kochen, sodass man sich das am Wochenende auch mit der Partnerin teilen könnte. Also kann die Frau in meinem Weltbild ruhig Karriere machen. Die Frage ist immer wie weit Karriere gehen sollte. Meiner Meinung nach, sollte man zumindest die Wochenenden nach Möglichkeit frei haben. Dies sollte für beide Teile gelten egal ob Mann oder Frau. Klar ist das bei manchen Berufen (Krankenschwester etc) nicht möglich, aber da kann man auch nur begrenzt Karriere machen.

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