Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre

Zum fünften Todestag des „Ehren“-Mordopfers Morsal Obeidi – TERRE DES FEMMES eröffnet die Fach- beratungsstelle LANA gegen Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre. Am Mittwoch, den 15. Mai 2013, jährte sich zum fünften Mal der Mord an der damals 16-jährigen Morsal Obeidi in Hamburg. Die Deutsch-Afghanin begehrte gegen die rigiden Sexual- und Moralvorstellungen ihrer Familie auf und wurde schließlich von ihrem Bruder Ahmad mit 23 Messerstichen getötet.

Morsal Obeidi ist kein Einzelphänomen: Allein 2012 gab es in der Beratungsstelle von TERRE DES FEMMES 108 Anfragen zu drohender oder vollzogener Zwangsheirat und 130 Anfragen zu Gewalt im Namen der Ehre. Dabei ging es auch um Verschleppungen ins Ausland und schwere Gewaltandrohungen.

„Um den steigenden Hilfebedarf professionell betreuen zu können, richtete TERRE DES FEMMES die LANA
Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre in Berlin ein“, erläutert Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.

Täglich melden sich in der Beratungsstelle des Vereins junge Frauen, die sich von ihrer eigenen Familie bedroht fühlen. Sie möchten sich den patriarchalischen Lebensvorstellungen ihrer Familie nicht beugen und ein selbstbestimmtes Leben führen.

Die LANA Fachberatungsstelle für Berlin unterstützt sie dabei:

Psychologische und pädagogische Beraterinnen zeigen Wege aus der Gewaltsituation auf, suchen mit der Betroffenen nach Lösungsmöglichkeiten und gemeinsam wird eine Strategie für die akute Notlage entwickelt. „Wir unterstützen die Mädchen und Frauen dabei, ihre Vorstellungen eines selbstbestimmten Lebens unabhängig von den Wünschen der Familie umzusetzen. TERRE DES FEMMES hilft den Mädchen und Frauen, wenn sie sich für die Flucht entscheiden, organisiert die Unterbringung in Schutzeinrichtungen, hilft ihnen ihre Anonymität zu wahren, die Herausforderungen des Alltags zu bestehen und ein neues Leben aufzubauen“, so Christa Stolle.

Das multiethnische Team berät auf Deutsch und Türkisch auf niedrigschwelligen Wegen persönlich, telefonisch und online. Blogeinträge von ehemaligen Klientinnen im Jugendportal zwangsheirat.de sollen Betroffenen Mut machen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Statistiken, wie viele Mädchen und Frauen jedes Jahr wegen verletzter Familienehre umgebracht werden, existieren nicht. Die BKA-Studie „Ehrenmorde in Deutschland. 1996-2005″ ergab, dass jedes Jahr zwölf „Ehren“-Morde gerichtlich erfasst werden. Nicht mitgezählt sind dabei Fälle, die als Unfall oder Selbstmord getarnt sind.

Die LANA Fachberatungsstelle für Berlin wird gefördert von Aktion Mensch.

Quelle: TERRE DES FEMMES / frauenrechte.de


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