Was ist eigentlich Matrophobie?

„Du siehst aber nicht gerade schlank aus in diesem Kleid!“
„Was hast Du denn mit deinen Haaren gemacht?“

Kommen solche Bemerkungen von unserer besten Freundin, sehen wir es als Zeichen ihrer Freundschaft, dass sie so ehrlich ist mit uns. Kommen dieselben Worte von unserer Mutter, ist es ewige Kritik. Wir fühlen uns gedemütigt und unverstanden.

Und: wir wollen niemals so werden wie sie. Diese Angst nennt man Matrophobie.

Das große Missverständnis: Mütter bringen ihre Sorge zum Ausdruck, für Töchter klingt es immer nach Kritik. Das vertraute Muster dahinter: Mütter kontrollieren, Töchter rebellieren.

Seit der Kindheit ist in uns das Urvertrauen gewachsen: meine Mutter ist mir wohl gesonnen.
Das stimmt meistens und wer das als Überschrift in der Kommunikation zwischen Müttern und Töchtern nimmt, hat den ersten Schritt zu einem entspannteren Verhältnis geschafft.
Töchter sollten verzeihen. Das bedeutet nicht immer gutheißen, sondern verstehen und akzeptieren (siehe meinen Blogeintrag: Konflikte in der Mutter-Tochter-Beziehung).

Die Mutter ist unsere erstes großes Vorbild: wir wollen so aussehen und sein wie sie. Wir ahmen ihre Verhaltensweisen nach, bedienen uns aus ihrem Kosmetikvorrat oder leihen uns Kleidung von ihr. Natürlich geht es auch darum, von der Mutter zurückgeliebt zu werden.

Unsere Mutter wirft ihren Schatten auf uns und wir, als erwachsene Töchter, müssen aus diesem Schatten heraustreten. Wir müssen soviel (gesunden) Abstand finden, dass sie keinen Schatten mehr auf uns wirft. Erst dann sehen wir unsere Mutter nüchtern, aber auch liebevoll.

Es ist aber auch manchmal nötig, die Auseinandersetzung zuzulassen. Wir müssen unseren Müttern offen und ehrlich sagen, was uns aufstößt und unsere eigenen Wünsche zum Ausdruck bringen. Es macht auch Sinn, das im Beisein einer dritten Person (Caoch?) zu tun. Oder man kann seine Gefühle erst mal in einem Brief niederschreiben.
Es ist an der Zeit, die Rolle abzulegen, die wir seit unserer Kindheit so perfekt spielen – wie immer sie auch aussieht! Nur so können wir unser Leben ausleben und unsere ureigenen Wünsche realisieren.

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