Den Wilderern auf der Spur

Die Aargauer Tierärztin Marlene Zähner trainiert seit 2010 Bluthunde, um im Virunga-Nationalpark im Ost-Kongo Wilderer verfolgen und ausschalten zu können. Für ihr Engagement wurde sie mit dem Umweltpreis «Trophée de femmes» der Fondation Yves Rocher ausgezeichnet.

Die Bezeichnung «Bluthund» oder «Bloodhound» mag sie nicht. «Sankt-Hubertus-Hunde» nennt sie die grossen Hunde mit den langen Hängeohren und dem treuen Blick lieber. Doch das friedliche Aussehen täuscht. In der Schweiz werden die Hunde von der Polizei für die Spurensuche genutzt, da sie Duftpartikel von Menschen auch Tage später noch riechen können. Dies weiss niemand besser als die Aargauer Tierärztin Marlene Zähner, die seit Jahrzehnten mit den Hunden arbeitet.

2010 kam dann ein Anruf aus dem Kongo: Die Ranger des Virunga-Nationalparks, des ältesten Nationalparks Afrikas, suchten verzweifelt nach einer Lösung, um der Wilderei ein Ende zu bereiten. Im Virunga-Nationalpark leben vom Aussterben bedrohte Tierarten wie Berggorillas, Wald­elefanten, Okapi-Giraffen und Flusspferde. «Die Zahl der Elefanten etwa lag in den 80er-Jahren noch bei über 3000, inzwischen ist sie auf weniger als 400 gesunken. Von den ursprünglich 27000 Flusspferden leben heute nur noch 350», legt Marlene Zähner die drastischen Konsequenzen der Wilderei dar. Die Wilderer sind hinter Elfenbein her und töten Tiere, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass sie damit vielleicht eine ganze Art ausrotten. Aber auch Tiere, an denen die Wilderer eigentlich gar kein Interesse haben, verfangen sich in den ausgelegten Fallen und Schlingen und werden dabei teilweise tödlich verletzt.

 

Wilderer über 7 Kilometer verfolgt

Marlene Zähner hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Sie schult ihre Hunde und die Ranger vor Ort. «Durch tägliche Kontrollen im Park können sie viele Fallen unschädlich machen. Ein grosser Erfolg gelang uns ausserdem im März 2012, als wir die Spur von Elefantenwilderern sieben Kilometer weit verfolgen konnten und die Hunde uns zum Lager der Wilderer führten», erklärt Zähner.

Im Ost-Kongo zu arbeiten, wo die politische Situation unstabil ist und immer wieder Bürgerkrieg herrscht, ist nicht ungefährlich. Doch Marlene Zähner ist entschlossen, nicht nur weiterzumachen, sondern das Projekt auch in anderen Naturschutzparks Afrikas zu lancieren. «Wer auf der Welt etwas bewegen will, muss halt Risiken eingehen», sagte sie anlässlich der Preisverleihung. «Mein Ziel ist die Sensibilisierung der Einheimischen und die Ermöglichung eines sanften Tourismus.»

 

Trophée de femmes – der Preis

Seit 2001 verleiht die Umweltstiftung «Fondation Yves Rocher» den Umweltpreis «Trophée de femmes» an Frauen, die sich im Umwelt- und Naturschutz engagieren. Seit 2007 wird der Preis – mit der «Schweizer Familie» als Partnerin – mit einer Gesamtsumme von 10000 Euro auch in der Schweiz verliehen. Im Februar 2013 wurden folgende Frauen mit dem Preis ausgezeichnet:

1. Marlene Zähner

2. Judith Ellens für ihr Projekt «Eaternity – klimafreundliches Essen». Mehr Infos finden Sie unter www.eaternity.ch

3. Monica Biondo für den Schutz bedrohter Meerestiere wie Rochen, Haie und Korallenfische.

Mehr Infos unter www.galuchat.ch

 

Mehr Informationen zur Fondation Yves Rocher und zur Umweltpreis-
Ausschreibung 2014 finden Sie unter:

www.yves-rocher-fondation.org

 

aus: «Ideelle» 2/2013

Text und Foto: Nicole Maron, Chefredaktorin «Ideelle»

 

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