Armutsbekämpfung durch Gleichberechtigung

Birgit Pfeifer ist in Bonn für das Querschnittsthema Gender zuständig und Mitglied im Gender Netzwerk von CARE Inter-national. Praktikantin Lisa Walter sprach mit ihr über Gender, die Aufgaben des CI-Gender Netzwerks und die Bedeutung von Gleichberechtigung bei der globalen Armutsbekämpfung.

Was bedeutet der Begriff „Gender“ überhaupt?

Jedem Kind werden von Geburt an bestimmte Verhaltensweisen und Charakteristika zugeschrieben – je nachdem, ob es als Junge oder Mädchen geboren wird. Diese  Verhaltensweisen werden erlernt, weil sie erwartet werden. Sie gelten als „normal“. Diese sozialen Unterschiede nennt man Gender.

Anders als das biologische Geschlecht, mit dem der Mensch auf die Welt kommt, kann das soziale Geschlecht verändert werden. Wie auch der soziale Stand oder die ethnische Zugehörigkeit bestimmt Gender in jeder Gesellschaft die Macht und den Einfluss von Menschen. Bei der Gender-Arbeit von CARE geht es darum, dass niemand wegen seines Geschlechts benachteiligt wird. Sie richtet sich ausdrücklich an Männer und an Frauen.

Was macht das CARE International Gender Netzwerk?

Das CARE International Gender Netzwerk besteht aus sehr engagierten und kompetenten Kolleginnen und Kollegen aus allen CARE-Mitgliedsländern, denen das Thema Gleichberechtigung am Herzen liegt. Sie alle treten für die Chancengleichheit von Männern und Frauen ein und sind für die Umsetzung unserer CARE International Gender Richtlinie zuständig. Dabei geht es darum,  das Ziel der Gleichberechtigung sowohl in den Projekten als auch in den einzelnen CARE-Büros  zu erreichen.

Und wie unterstützt CARE Frauen in den Projektländern?

CARE setzt eine Bandbreite von Maßnahmen zur Stärkung von Frauen und Mädchen um, unter anderem Kampagnen zur  Sensibilisierung für Frauenrechte, wirtschaftliche Stärkung von Frauen, Förderung von Frauen- und Mädchenbildung sowie die Einbindung von Frauen in lokale Entscheidungsprozesse.

Um Frauen ökonomisch zu stärken, greift CARE auf ein Patentrezept zurück: in sogenannten Spar- und Kreditgruppen treffen sich Frauen regelmäßig, um gemeinsam eine kleine Summe Geld anzusparen. Wenn genug Geld im Spar-Topf ist, können die Frauen einen Kredit aufnehmen, um zum Beispiel Saatgut zu erwerben, Schulgelder für ihre Kinder zu bezahlen oder Geschäftsideen zu verwirklichen.

Warum müssen Frauen in der Entwicklungspolitik besonders unterstützt werden?

Frauen und Mädchen sind überdurchschnittlich von Armut, Diskriminierung, sozialer Ausgrenzung und Naturkatastrophen betroffen. In vielen Ländern ist es ein erheblicher Nachteil, als Mädchen zur Welt zu kommen. Sie haben nicht die gleichen Rechte, dürfen nicht zur Schule gehen oder eine Ausbildung machen. Häufig bedeutet das, dass sie auch kein eigenes Einkommen verdienen und deswegen auch nicht selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben führen möchten.

Und was ist mit den Männern?

Die Stärkung von Frauen ist nur ein Teil des Weges zur Gleichberechtigung. Männer spielen dabei eine ebenso wichtige Rolle. CARE arbeitet deshalb ausdrücklich auch mit Männern und Jungen zusammen, um langfristig etwas zu bewirken. Die Geschlechternormen, die zu einer Benachteiligung von Frauen führen, werden so an der Wurzel behandelt.

In der „Young Men Initiative“ auf dem Balkan etwa unterstützt CARE junge Männer. Hier lernen sie, dass „männlich“ sein nicht bedeutet, den Macho zu spielen, sich zu prügeln und Alkohol zu trinken.

In Workshops und Jugendcamps wird ihnen beigebracht, dass es nicht schlimm ist, als Mann einige der als typisch weiblich empfundenen Aufgaben zu übernehmen, wie kochen, putzen oder Windeln wechseln.

Was „bringt“ die Stärkung von Frauen?

Die Diskriminierung von Frauen und Mädchen ist eine der Hauptursachen von Armut. Zahlen und Fakten aus den CARE-Projekten belegen, dass die Stärkung von Frauen und Mädchen in allen Bereichen der Gesellschaft ein wirksames und wichtiges Mittel zur Armutsbekämpfung ist. Die langjährige Erfahrung von CARE zeigt, dass die ganze Gemeinschaft profitiert, wenn eine Frau Armut überwindet: Frauen geben eigenes Einkommen eher für die Bedürfnisse der Kinder aus, sorgen für ihre Gesundheit und Bildung. Die Gemeinschaft profitiert, wenn Frauen Armut überwinden. Pro Jahr, das ein Mädchen zur Schule geht, kann das Einkommen einer ganzen Familie um 20 Prozent gesteigert werden.

Quelle: care.de / Die mit dem CARE-Paket

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