Sichere Städte für Frauen – auch in der Schweiz

Foto: plan-international.org

Gewalt gegen Frauen hat viele Formen und wird überall ausgeübt. Darauf weist die Kinderhilfsorganisation Plan International anlässlich des Welt-Frauentages am 8. März hin. Vor allem in Metropolen haben Mädchen und Frauen Angst vor sexueller Belästigung, bedrohlichen Situationen und Übergriffen. Sie fühlen sich nicht sicher und können sich in ihrer Stadt häufig nicht frei bewegen.

Dies ergab eine aktuelle Studie von Plan. Über 1’000 Mädchen in Ägypten, Indien, Peru, Uganda und Vietnam haben im Rahmen der Studie „Sicherheit in Städten aus der Sicht weiblicher Jugendlicher“ ihr Lebensumfeld bewertet. Sie listeten auf, was die Stadt für sie unsicher macht und ihnen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben erschwert. Die Unter-suchung fand nach einer Reihe öffentlich gewordener Gewalttaten an Frauen statt – nicht zuletzt nach der Vergewaltigung und Ermordung einer jungen Studentin in einem Bus in Delhi. Die Ergebnisse zeigen länderübergreifend, dass alle jungen Frauen mit sexueller Belästigung konfrontiert sind und bestimmte Orte und Plätze in ihrer Stadt meiden. Mädchen und Frauen sind regelmässig Gefahren ausgesetzt, sei es in öffentlichen Toiletten, Verkehrsmitteln oder auf
Marktplätzen.

Foto: plan-international.org

„Viele Mädchen trauen sich nicht vor die Tür und ziehen sich zurück, weil sie Angst haben. Millionen junger Frauen wird ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben genommen, weil sie aufgrund mangelnder Sicherheit im öffentlichen Raum in ständiger Furcht leben. Das können wir nicht hinnehmen“, sagt Andreas Herbst, Geschäftsführer von Plan Schweiz. „Es ist an der Zeit, alle Bereiche des Stadtlebens für Mädchen sicher zu machen und ihnen bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen zu helfen.“

Foto: plan-International.org

Im Rahmen der weltweiten Mädchenkampagne „Because I am a Girl“ hat Plan International in Zusammenarbeit mit „Women in Cities International“ und „UN-Habitat“ ein Projekt zur Sicherheit von jungen Frauen in Städten entwickelt. Übergeordnetes Ziel ist es, sichere Städte mit und für Mädchen zu schaffen und die aktive Beteiligung von Mädchen und Frauen an der Stadtentwicklung zu fördern. Unterstützt von Plan erarbeiten die jungen Frauen in Zusammenarbeit mit
den zuständigen Behörden Sicherheitskonzepte. In Delhi haben am Projekt beteiligte Mädchen beispielsweise eine Zusammenarbeit mit lokalen Bezirken und Vertretern der lokalen Regierung vorgeschlagen, um Sicherheitsprobleme in öffentlichen Verkehrsmitteln und sanitären Anlagen zu lösen.

Obwohl die befragten jungen Frauen in unterschiedlichen kulturellen und politischen Umfeldern aufgewachsen sind, teilen sie eine gemeinsame Vision der Stadt der Zukunft: Diese ist ausreichend beleuchtet, gut geplant und hat saubere Toiletten. Und es gibt sichere Wege zu Schule, Arbeit und Freizeitangeboten, damit auch Mädchen und Frauen am sozialen Leben teilnehmen können.

Andreas Herbst fordert auch in der Schweiz sicherere Städte für Frauen: „Auch bei uns fühlen sich viele Mädchen und Frauen, die z. B. abends allein in der Stadt unterwegs sind, unwohl oder sind Tätlichkeiten ausgesetzt. Basierend auf den Ergebnissen der Studie fordern wir unter Mitwirkung und zum besonderen Schutz von Mädchen und jungen Frauen die Erarbeitung neuer Sicherheitskonzepte“.

 

Einige Ergebnisse der Studie

  • In Delhi berichteten junge Frauen, dass sie in ständiger Angst vor Gewalt und sexuellen Übergriffen leben. Sie vermeiden es, alleine zu sein, insbesondere im Dunkeln, und gehen nur in Begleitung von Verwandten oder Freunden auf die öffen-tliche Toilette, in die Schule, auf den Markt oder in Geschäfte.  Nur 3 Prozent der befragten Mädchen gaben an, sich in öffentlichen Verkehrsmitteln sicher zu fühlen.
  • In Hanoi empfinden nur 8 % der Mädchen öffentliche Bereiche als ungefährlich. Insbesondere bemängeln sie die Situation auf Märkten und eine schlechte Strassenbeleuchtung.
  • In Kairo fühlen sich 8 von 10 Mädchen nie oder nur selten sicher in ihrer Stadt. Werden Mädchen oder Frauen in der ägyptischen Hauptstadt Opfer sexueller Belästigung, fühlen sie sich meist selbst schuld daran.
  • In Kampala/Uganda gaben 80 % der befragten jungen Frauen an, sich im Stadtzentrum unsicher zu fühlen.  Viele trauen sich darüber hinaus nicht, Wachmänner oder die Polizei anzusprechen, weil diese gelegentlich betrunken ihren Dienst absolvieren.
  • In Lima äusserte die Mehrheit der Mädchen, dass sie in einer sehr gefährlichen Stadt leben.  Nur 2 % fühlen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln gut aufgehoben.

Die Ergebnisse der Studie (in englischer Sprache) können hier runtergeladen werden:

http://plan-schweiz.ch/files/adolescent-girls2019-views-on-safety-in-cities

 

Fakten zum Kinderhilfswerk Plan International:

  • Plan ist ein unabhängiges Hilfswerk, das sich seit 75 Jahren weltweit für benachteiligte Kinder und deren Familien stark macht. Die Organisation ist in 68 Ländern aktiv.
Über FrauenBlog 217 Artikel
www.frauenblog.ch
Kontakt: Webseite

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Dateien hochladen

Du kannst Bilder oder Dateien in deinen Kommentar einbetten, indem du diese unten auswählst. Wenn du eine Datei hochgeladen hast wird ein Link an deinen Kommentar angefügt. Du kannst so viele Bilder oder Dateien hinzufügen wie du willst und alle werden deinem Kommentar hinzugefügt.


Bitte trage das Ergebnis der Rechenaufgabe in das leere Feld ein..

Klicke auf das Bild, um Dir die Frage in Englisch anzuhören.