Der Eisbär und die Politik

OceanCare alarmiert den Bundesrat – Die Schweiz kann den König der Arktis retten

Die Meeresschutz-Organisation OceanCare richtet einen dringenden Appell an den Bundesrat: „Das Überleben der Eisbären liegt in Ihrer Hand.“ Wenn Anfang März in Bangkok die CITES-Artenschutzkonferenz tagt, kann die Landesregierung einen fatalen Fehlentscheid korrigieren und wesentlich dazu beitragen, das Überleben des Eisbären zu sichern.

Seit Jahren schmilzt das Packeis im Hohen Norden. Die ökologischen Vorschriften zur Bekämpfung der Klimaerwärmung greifen nur sehr langsam; es ist eine Frage der Zeit, ob der Lebensraum des Eisbären und damit auch sein Überleben gerettet werden kann. Kurzfristig kann und muss die Politik viele tausend Eisbären vor einem gewaltsamen Tod bewahren – nicht auf dem Eis, sondern am Verhandlungstisch.

An der CITES-Konferenz (Convention On International Trade In Endangered Species), die vom 3. bis 14. März in Bangkok tagt, werden die Delegierten der 150 Mitgliedsstaaten über den Antrag der USA abstimmen, den Eisbären im so genannten „Anhang I“ aufzunehmen. Dabei handelt es sich um eine Liste, die besonders stark gefährdete Tierarten bezeichnet und sie unter grösstmöglichen Schutz stellt. Insbesondere ist der Handel mit Tieren und Produkten dieser akut bedrohten Arten verboten. Es ist wahrscheinlich, dass zahlreiche Länder diesen Antrag ablehnen werden – allen voran Kanada, das für teures Geld Lizenzen für die Eisbärenjagd an Trophäensammler verkauft. Allein im vergangenen Jahr wurden offiziell 600 erlegte Eisbären registriert – 100 mehr als im Vorjahr.

Der Bundesrat muss seinen Fehlentscheid korrigieren

Derselbe Antrag ist bereits vor drei Jahren an der letzten CITES-Artenschutzkonferenz gescheitert, weil die EU-Staaten ihn nicht geschlossen unterstützten. Auch die Schweizer Delegation lehnte ihn ab. Die Begründung, der Eisbär sei in erster Linie durch die Erwärmung des Klimas und weniger durch Bejagung und entsprechenden Handel gefährdet, ist je länger desto weniger stichhaltig: „Inzwischen hat sich die Bedrohungslage dramatisch verschärft“, mahnt OceanCare-Präsidentin Sigrid Lüber. „Während mit der arktischen Packeis-Schmelze der Lebensraum des Eisbären nach wie vor dramatisch zurückgeht, nimmt die Zahl der getöteten Eisbären sprunghaft zu. Es ist wie bei allen bedrohten Tierarten: Je rarer sie sind, desto intensiver werden sie bejagt, weil die Trophäen immer wertvoller werden.“

Mittlerweile werden auf dem europäischen Markt rund 25 000 Euro für das Fell eines grossen Eisbären erzielt. Die Jäger nehmen die prächtigsten Tiere ins Visier ihrer Flinten, männliche Eisbären, die für die Fortpflanzung und den Erhalt der Art besonders wichtig sind. Nur ein generelles Verbot des Handels mit Eisbärenfellen kann die blutige Hatz beenden. „Deshalb“, betont Sigrid Lüber, „darf die Schweiz den Fehler von 2010 nicht wiederholen; ihre Stimme könnte das Zünglein an der Waage sein.“

Wie kein anderes Wesen verkörpert der Eisbär Macht, Kraft und Würde. Der Bundesrat hat es in der Hand, ob der König der Arktis auch künftig in seinem eisigen Reich überleben kann – oder bald nur noch als makabre Trophäe vor dem Bett eines Frevlers zu sehen sein wird.

Quelle: OceanCare.org

Über OceanCare
Seit 1989 setzt sich OceanCare weltweit für die Meeressäuger und Ozeane ein. Mit Forschungs- und Schutzprojekten, Umweltbildungskampagnen sowie intensivem Einsatz in internationalen Gremien unternimmt die Organisation konkrete Schritte zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Weltmeeren. Im Juli 2011 erhielt die Organisation von den Vereinten Nationen den UN-Sonderberaterstatus zugesprochen. www.oceancare.org

 

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