Rezeptfreie Arzneimittel

Foto: djd/BKK Wirtschaft & Finanzen/thx

In Deutschland profitieren Frauen ab sofort von der Erstattung rezeptfreier Arzneimittel durch die Krankenkasse – Wer gesetzlich versichert ist, kennt das: Für verschreibungspflichtige Arzneimittel, die ein Arzt verordnet hat, werden die Kosten in der Regel von der Krankenkasse übernommen – der Versicherte leistet lediglich eine Zuzahlung von fünf bis zehn Euro. Bei einzelnen Krankenkassen ist es sogar möglich, auch diese Kosten durch einen Umstieg auf wirkstoffgleiche Arzneimittel aus Rabattverträgen einzusparen. Rezeptfreie Arzneimittel müssen jedoch seit jeher selbst bezahlt werden. Doch damit ist jetzt Schluss, denn diese Einschränkung wurde nun aufgehoben.

Zusatzleistung von Krankenkassen: Erstattung von rezeptfreien Arzneimitteln

Das heißt, dass es den Krankenkassen nur per Gesetz erlaubt ist, als zusätzliche Leistung die Kosten für rezeptfreie Arzneimittel zu erstatten. Dies gilt allerdings nur für Arzneimittel, die der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen nicht exkludiert hat. Von dieser Einschränkung betroffen sind beispielsweise Appetitzügler und Grippemedikamente.

Schwerpunkte der Leistungsoffensive

Im Mittelpunkt der neuen Leistungen einzelner Kassen stehen pflanzliche Präparate. Kein Wunder, denn immer mehr Menschen greifen verstärkt auf alternative Arzneimittel zurück, wenn sie erkranken. „Die neuen Spielräume betreffen vor allem alternative Arzneimittel der Homöopathie, der Pflanzenheilkunde und der Anthroposophie“, weiß Björn Hansen, Vorstand der BKK Wirtschaft & Finanzen. Denn diese Medikamente sind zwar nicht verschreibungs-, aber apothekenpflichtig. BKK-Versicherte bekommen hierfür 80 Prozent der Kosten bis maximal 150 Euro zurück – solange ein Arzt die medizinische Notwendigkeit bestätigt und ein grünes oder blaues Rezept ausgestellt hat. „Mit diesem Rezept kann man in die Apotheke gehen, das Arzneimittel holen und die Rechnung gemeinsam mit dem Rezept bei uns einreichen“, so Hansen.

Zusätzliche Erstattung während der Schwangerschaft

Auch Schwangere finden in den neuen Leistungen stärker Berücksichtigung als bisher. So können sich schwangere Frauen, die bei der BKK versichert sind, zusätzlich Kosten für Medikamente von bis zu 100 Euro zurückerstatten lassen – wenn sie diese aufgrund der Schwangerschaft als zusätzliche Vorsorgemaßnahme einnehmen. Auch Kinder ab zwölf Jahren werden mehr unterstützt: Bei der BKK haben sie nun nicht mehr bis zum vollendeten zwölften, sondern bis zur Erreichung des 18. Lebensjahres Anspruch auf nicht verschreibungspflichtige Medikamente ohne Zuzahlungen bis zu einer Höhe von 50 Euro je Kalenderjahr. Voraussetzung ist in beiden Fällen nur, dass vom Arzt ein entsprechendes Rezept ausgestellt wurde, es sich nicht um ein von der Versorgung ausgeschlossenes Arzneimittel handelt und die Verordnung mit den Originalrechnungen eingereicht wird.

Wechsel der Krankenkasse in Betracht ziehen

Bietet die eigene Krankenkasse solche zusätzlichen Leistungen nicht an, sollte man auch einen Wechsel der Kasse in Betracht ziehen. „Ein Wechsel ist in der Regel problemlos mit einer Frist von zwei vollen Kalendermonaten zum Monatsende möglich und garantiert jedem den vollen Leistungsanspruch der gewählten Krankenkasse ab dem ersten Tag der Mitgliedschaft ohne Wartezeit“, sagt auch Björn Hansen.

 

 

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