Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution

Die TERRE DES FEMMES-Kampagne „Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!“ geht in die zweite Runde. Im Kampf gegen Frauenhandel muss der Opferschutz an erster Stelle stehen!

„Im Kampf gegen Frauenhandel liegt der Fokus nach wie vor auf der Strafverfolgung der Täter. Die Rechte der Opfer werden hierbei oftmals übersehen,“ kritisiert Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES. Mit einer Straßenperformance in deutschen Fußgängerzonen macht die Organisation auf die prekäre Lage der Betroffenen von Frauenhandel aufmerksam. In ihrer Kampagne fordert die Frauenrechtsorganisation mit einer Unterschriftenpetition Innenminister Friedrich auf, den Opfern mehr Rechte zu garantieren.

Das Straßentheater, das schon im letzten Jahr erfolgreich durch mehrere deutsche Städte tourte, wird nun vom 28. Januar bis 1. Februar 2013 in Nordrhein-Westfalen zu sehen sein.

Für die Verurteilung der Täter benötigt die deutsche Justiz die Aussagen der Opfer. Als Gegenleistung erhalten die Betroffenen aus Nicht-EU-Staaten nur eine wage Chance während des Strafverfahrens in Deutschland zu bleiben. Nach Beendigung des Verfahrens werden die Frauen, die sich oftmals nicht zuletzt aufgrund ihrer Zeuginnenaussage in Lebensgefahr befinden, in ihre Herkunftsländer  abgeschoben. „Die Situation der Betroffenen ist eines Rechtsstaates, der sich der Einhaltung der Menschenrechte verpflichtet, unwürdig und gehört schnellst möglich geändert! Opfern von Frauenhandel muss aus humanitären Gründen und unabhängig von ihrer Aussagebereitschaft vor Gericht ein unbefristeter Aufenthaltstitel für Deutschland erteilt werden. Auch muss eine psycho-soziale Betreuung und Opferentschädigung garantiert sein“, fordert Schewe-Gerigk.

Die Richtlinie 2011/36/EU des Europäischen Parlaments und des Rates zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer, muss am 6. April 2013 in deutsches Recht umgesetzt werden. „Wir fordern den Deutschen Bundestag dazu auf, endlich seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen und unsere Forderungen in das Richtlinienumsetzungsgesetz zu integrieren“, so Schewe-Gerigk. Daher überreicht TERRE DES FEMMES die Unterschriften schon Mitte März dem Bundesinnenminister.

Nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind weltweit 1,6 Millionen Mädchen und Frauen Opfer von Menschenhandel. Deutschland stellt eines der Hauptzielländer dar. Schätzungen gehen von 10.000-30.000 Mädchen und Frauen aus, die jährlich zwecks sexueller Ausbeutung nach Deutschland gehandelt werden.

Quelle: frauenrechte.de

 

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