Bin ich schön genug

Sind die Menschen in der Schweiz schön genug? – Die Schönheitsindustrie boomt. Aber was ist Schönheit im Zeitalter von Botox-Spritze, Skalpell und digitaler Bildbearbeitung? Dieser Frage gehen zwei Ausstellungen in zwei Museen in Bern nach. „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“, lautet eine alte Weisheit. Angesichts des Milliardenmarktes, den der Wirtschaftszweig zur Verschönerung des menschlichen Körpers darstellt, drängt sich eine Neuformulierung des Ausspruchs auf: „Schönheit liegt im Geldbeutel der Verschönerungs-Industrie“ oder so ähnlich.
Von der Anti-Aging-Crème bis zum plastischen Eingriff: Die Branche profitiert vom zunehmenden Drang der Menschen, gut, sprich jünger auszusehen und so dem Tribut des fortschreitenden Alters ein Schnippchen zu schlagen.

Die Schweizer Bevölkerung kauft pro Jahr knapp 65 Tonnen Kosmetika für Haut und Haar. Allein für die Gesichtspflege gibt sie 400 Mio. Franken jährlich aus.

Provokation zum Nachdenken 

„Bin ich schön?“ lautet der Titel einer Ausstellung, die zwei Museen in Bern zeigen. „Ursprünglich hatte der Titel ‚Was ist Schönheit?‚ gelautet. Aber wir haben ihn geändert, weil wir die Besucherinnen und Besucher mit einer persönlichen Frage direkt ansprechen wollten“, sagt Kurt Stadelmann, Kurator im Museum für Kommunikation. Dieses beherbergt den Hauptteil der Ausstellung, während ein kleinerer Teil im benachbarten Naturhistorischen Museum gezeigt wird.

„Die Frage an die Zuschauer, ob sie gut aussehen, ist ein bisschen provokativ. Aber wir hoffen, dass diese in der Ausstellung Antworten finden werden“, so Stadelmann weiter. Anstösse dazu soll aber nicht das aus dem Märchen bekannte Spieglein an der Wand liefern, sondern der Blick auf kulturelle Referenzen wie Tiere, Puppen oder Models, die auf Titelbildern von Magazinen strahlen. Zu sehen sind auch etwa eine Statue der Jungfrau Maria oder ein Propagandafilm der Nazis über den „perfekten“ Körper des männlichen Athleten.

Die Ausstellung ist aber nicht auf die Vergangenheit fokussiert, sondern atmet den Zeitgeist ein. In der Schweiz hat die Zahl der plastischen Chirurgen, ob im Bereich Wiederherstellung nach einem Unfall oder Schönheit, in den letzten Jahren stetig zugenommen. 1980 gab es im Land erst 24 plastische Chirurgen. Im Jahr 1990 waren es schon deren 44, und heute sind 135 Spezialisten in dieser Domäne registriert, Tendenz weiter steigend.

Schönheits-Spezialist mit Skalpell 

Aus welchem Grund aber wollen Menschen in der Öffentlichkeit anders aussehen? „Sie wollen nicht in erster Linie ihr Aussehen ändern, sondern einfach besser und schöner aussehen“, sagt Daniel Knutti, ein plastischer Chirurg aus Biel, der seit 1988 seine eigene Praxis betreibt. „Oder sie fühlen sich besser, wenn sie die schönen Partien ihres Körpers noch mehr betonen.“

In den letzten zehn Jahren sei vor allem die Zahl der Brustvergrösserungen angestiegen, so Knutti. „Ich mache auch eine ganze Reihe von Face-Liftings. Aber die Patienten, die dies machen lassen, liegen am anderen Ende der Altersskala.“ Vor allem Frauen wünschten sich eine straffere Gesichtshaut, sie bilden auch die grosse Mehrheit seiner Kunden. Männer dagegen machen nur 10 bis 15% seiner Patienten aus.

„Frauen sind in Bezug auf das Aussehen der Männer toleranter als umgekehrt“, sagt der Spezialist. Ein Mann könne auch dann noch das Interesse jüngerer Frauen wecken, wenn er graue Haare und Fältchen im Gesicht habe.
Aber gerade was die Straffung der so genannten Krähenfüsse um die Augenpartie betrifft, sind die Männer laut Knutti am Aufholen. „Sie sehen tatsächlich besser aus, vor allem jünger und dynamischer, ohne dass dadurch ihr persönliches Erscheinungsbild allzu stark verändert wird.“

Zur wachsenden Schar von schönheitsbewussten Männern zählt auch Knutti selbst. Er hat sich eine Straffung der oberen und unteren Augenlider sowie eine Haartransplantation gegönnt.

Lesen Sie hier den vollständigen Beitrag.

Quelle: swissinfo.ch

 

 

 

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